Ausflug – Herdade dos Grous (Alentejo)

Ein Paradies im Alentejo

Inmitten der goldenen Ebenen des Alentejo, nur 17 Kilometer von Beja entfernt, liegt die Herdade dos Grous. Eine einzigartige Anlage, die Tourismus mit dem Leben auf dem Land verbindet

Text: ANABELA GASPAR

Hühner, Enten, Schweine, Schafe, Kühe, Ochsen und Pferde ­ all diese Tiere laufen frei auf der Herdade dos Grous. Sogar zwei Strauße! Nicht weil hier Chaos herrscht, sondern weil man mitten in der alentejanischen Landschaft ist und weit und breit weder Häuser noch Straßen sieht, dafür ringsherum Wein- und Getreidefelder, Olivenhaine und farbenprächtige Gärten. Im Mittelpunkt liegt ein fast 100 Hektar großer See, der das ganze Jahr über den Gästen Freude bereitet. Über all dies: der unendlich weite Himmel des Alentejo. Die Herdade dos Grous ist jedoch kein Bauernhof, sondern eine ,,Landschaftstourismus-Anlage”. Niemand erinnert sich seit wann das Landgut besteht und warum es Herdade dos Grous, Landgut der Kraniche, heißt. Mitte des 20. Jahrhunderts soll sie einer französischen Familie gehört haben. Sie war diejenige, die den Stausee und die Bewässerungskanäle, mit dem Ziel Reispflanzen zu setzen, baute. Doch mitten im trockenen Alentejo misslang das Projekt. Das Landgut wurde von Manuel Lampreia, der es eine zeitlang erfolgreich betrieb, erworben. Wie viele andere Großbesitzer auch, wurde er nach der Nelkenrevolution enteignet, denn damals lautete die Devise ,,Das Land gehört denen, die es bearbeiten”. Und so ging die Herdade in den Besitz der landwirtschaftlichen Genossenschaft Poder Popular (Volksmacht) über. Anfang der 80er Jahre gab der Staat einen Teil der Grundstücke an die früheren Besitzer zurück, andere behielt er. Wie die Herdade dos Grous. 1997 ersteigerte die Familie Pohl das Landgut vom portugiesischen Staat, und begann kurz darauf mit den Restaurierungen. Obwohl die Bewohner der Umgebung nun auf ,,ihre Herdade” stolz sind und viele auch dort arbeiten, lief das Zusammenleben mit der Familie Pohl nicht immer harmonisch. Das erste, was nach dem Kauf gemacht wurde, war einen Zaun aufzustellen. Dieser störte die Bevölkerung sehr, da ihnen somit der Zugang zum Stausee, in dem sie jahrelang geangelt hatten und wo sie am Wochenende mit der Familie spazieren gingen, gesperrt wurde. Das Haupthaus wurde bis Anfang 2000 renoviert, die Ruinen der ehemaligen Lager in weitere Unterkünfte umgebaut. Zusammen bilden sie nun die Casa do Monte dos Grous. Die ursprünglichen Häuser der einstigen Landarbeiter wurden in Casa do Lago dos Grous umbenannt. Beide Anlagen haben eine herrliche Aussicht auf dem Stausee. Die Herdade kann entweder zu Fuß, mit ,,Drahtesel” oder auf dem Rücken eines Pferdes entdeckt werden. Bei gutem Wetter ist eine Erfrischung in einem Pool der Anlage oder im See ein Genuss. Sollte die Wassertemperatur nicht sehr einladend sein, kann der See immer noch in einem Kanu erkundet werden.

Die Anlage bietet außerdem Gelegenheit, bei der Weinlese mitzumachen und sogar die Trauben auf traditionelle Art zu treten. Natürlich nur zur Zeit der Weinlese. Im restlichen Jahr ist ein Spaziergang durch die Weinfelder möglich und auch eine Besichtigung des Weinkellers mit Weinprobe. Hier lagern in französischen Eichenfässern die Weine, die aus den eigenen Trauben gewonnen werden. Darunter auch prämierte. Obgleich die Weinproduktion im nördlichen Teil der Region Alentejo eine lange Tradition hat, wurden erst in den letzten Jahren Weinberge in der Gegend von Beja angelegt. 2002 entschloss sich auch die Verwaltung der Herdade dos Grous auf 70 Hektar Weinstöcke der Sorten Antão Vaz, Alicante Bouschet, Syrah, Touriga Nacional, Aragonêz, Roupeiro und Arinto zu pflanzen. Die erste Ernte diente der Produktion des Weines Vila Vita 2003, ein Hauswein der Hotelgruppe. Ein Jahr später wurde der Rotwein ,,Herdade dos Grous Reserva 2004″ als bester Rotwein des Alentejo ausgezeichnet. Dieses Jahr erhielt in Brüssel der Weißwein ,,Herdade dos Grous Branco 2005″ den ersten Platz unter den Weißweinen, der ,,Herdade dos Grous Reserva 2004″ den zweiten Platz unter den Rotweinen. Zuständig für die Produktion dieser prämierten Weine sind die Önologen Pedro Ribeiro und Luís Duarte, der lange im Weinkeller Esporão tätig war. Sie benutzen modernste Produktionsmethoden: Traubenselektion von Hand, Temperaturkontrolle und die Lagerung in Stahltanks, Cuvaison, Kaltmazeration und mechanische Produktionsstellen, die Lagares, mit Maschinen, die das traditionelle Treten mit den Füßen übernehmen. Und nach einem abwechslungsreichen Tag gibt es nichts Besseres, als sich auf der Terrasse des Restaurants ,,Monte do Trevo” mit Gerichten aus der typisch alentejanischen Küche verwöhnen und den Abend in der Weinbar ausklingen zu lassen. Das Landgut ,,Herdade dos Grous” ist ein stilles Plätzchen zum Erholen und die Natur zu genießen, mit Pferdezucht, Oliven, Bio-Landbau, ausgezeichneten Weinen und erstklassiger Küche. Ein weiteres Plus, das den Aufenthalt angenehm macht, ist das stets freundliche und hilfsbereite Personal.

Wegbeschreibung: Über die A2 bis zur Ausfahrt Castro Verde/ Ourique. Danach immer auf dem IP2 Richtung Beja an den Orten Castro Verde, Entradas und Albernôa vorbei. Kurz nach der Kreuzung zu Albernôa finden Sie auf der linken Seite die Schilder ,,Hotel” und ,,Adega”. Hier fahren Sie ab und nach ca. 800 Metern sind Sie auf der Herdade dos Grous Fahrtdauer: von der Abfahrt auf der A 22 nach Lissabon (A 2) ca. 1 Std. 15 Min. Unterkunftsmöglichkeiten: Insgesamt 24 Doppelzimmer und Suiten, ausgestattet mit Kamin, Fernseher, Mini-Bar, Telefon und Internetzugang Reservierung: Herdade dos Grous Albernôa 7800-601 Beja Marita Barth (Direktorin) Tel 284 960 000 Fax 284 900 072 herdadedosgrous@ vilavitaparc.com

 

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