Wilde Malve

Botanik: Die ausdauernde, zwei- bis mehrjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm und besitzt behaarte, kreisrunde, drei- bis siebenlappige Blätter und große rosaviolette Blüten mit je 5 Kronblättern und charakteristischen dunklen Streifen an der Basis.

Hauptinhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide (Malvin in den Blüten)

Drogenbezeichung: Malva flos (Malvenblüten), Malva folium (Malvenblätter)

Medizinische Verwendung: Die in der „Wilden Malve“ enthaltenen Schleimstoffe (bestehend aus verschiedenen Kohlenhydraten) wirken entzündungsmildernd, schmerz- und juckreizlindernd indem sich die Pflanzenschleime wie ein Schutzfilm über die Schleimhäute legen. Zudem puffern sie den Magen vor zu viel Magensäure ab. Dadurch bietet sich die Malve innerlich zur Wundheilung bei Magen- Darm-Schleimhautentzündungen sowie bei MagengeschwürenHeiserkeit und trockenem Reizhusten an. Äußerlich kann die Malve bei trockenen Ekzemen und Neurodermitis in Form von reizlindernden und schützenden Umschlägen versucht werden. Volksheilkundlich wird die „Wilde Malve“ in Portugal bei Beschwerden des Magen- Darm-Bereichs, bei Infektionen der Genitalien und zur Reinigung von Wunden angewendet. Da der „Schleimschutzfilm“ der Malve auch die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen aus dem Darm in den Körper vermindert, sollte von einer längeren Einnahme als einer Woche abgesehen werden. Nach einer Woche Einnahmepause kann die Behandlung fortgesetzt werden. Aufgrund dieser Wirkung sollte auch bei Arzneimitteleinnahmen wie Digitalis, Antidiabetika oder Marcumar einer Anwendung mit Schleimstoffpflanzen abgesehen werden! Ansonsten sind keine Nebenwirkungen und Gegenanzeigen mit der „Wilden Malve“ bekannt. Wichtig: Hibiskusblüten gehören zwar auch zu den Malvengewächsen aber sie enthalten keine Schleimstoffe. Hibiskusblüten sind säurehaltig und reizen somit entzündete Schleimhäute. Wissenswertes: Die „Wilde Malve“ wurde bereits in der Antike als Gemüse- und Heilpflanze angebaut. Die Blätter (außer den Blattstängeln), Knospen, Blüten und Samenstände sind essbar. Der griechische Heilkundige Dioskurides, empfahl die „Wilde Malve“ bei Halsentzündungen, Wespen- und Skorpionstichen sowie bei Darmproblemen. Im abergläubischen Mittelalter sollte eine Frau zur Erkennung ihrer Jungfräulichkeit auf eine Malve urinieren. Verwelkte die Malve nicht, so war dass der Beweis ihrer Unbeflecktheit und sollte auf ihre Fruchtbarkeit und einen Kindersegen hinweisen. Aus den Malvenfrüchten wird noch heute vielerorts ein „Papp“-Brei für Kinder gekocht. Die kleinen „Käsli“ der Früchte sind eine beliebte Nascherei der Kinder.

Christina Steffens

ESA 05/14

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