Olivenbaum

Botanik: Der Olivenbaum ist ein mittelgroßer, langsamwüchsiger und immergrüner, im Alter knorriger Baum mit grauer rissiger Borke. Die gegenständigen, länglich-lanzettlichen Blätter sind kurz gestielt, lederig, oberseits graugrün und unterseits silbergrau schimmernd. Sie werden bis zu acht Zentimeter lang. Bis zu 40, vierzipfelige, kleine, gelblichweiße Blüten wachsen an jedem rispigen Blütenstand. Aus grünen Früchten reifen bräunliche bis schwarzblaue fleischige Früchte mit hartem Kern.

Inhaltstoffe: Olivenfrucht: Wasser, Öl, Zucker, Zellulose, Proteine, Bitterstoff
Oleuropin. Olivenöl: hoher Anteil einfacher ungesättigter Fettsäuren, Oleocanthal. Olivenblatt: Bitterstoff Oleuropin, Oleosid, Flavonoide, Cholin, organische Säuren und phenolische Stoffe

Drogenbezeichung: Ölbaumblätter (Oleae folium)

Medizinische Verwendung: Das Oli­ven­öl enthält einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, welche sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem und den Fettstoffwechsel auswirken. Außerdem wirkt das im extra nativen Öl enthaltene Oleocanthal entzündungshemmend und bildet somit eine der besten Grundlagen um Heilpflanzenöle, Salben, Lotionen, Emulsionen, Seife, Haut- und Haarpflegemittel herzustellen. Anwendung findet das Öl auch bei übersäuertem Magen, zur Anregung der Gallentätigkeit und bei Verstopfung.Volksheilkundlich werden die Blätter unterstützend bei Bluthochdruck angewendet. Bei Gicht und Rheuma wird der Blätter-Tee verwendet. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind nicht bekannt.

Wissenswertes: Der wissenschaftliche Name „Olea“ leitet sich von dem altgriechi­schem „Elaiva“ ab und bedeutet „Olivenfrucht“. „Europaeus“ verweist auf die hauptsächliche Verbreitung des Ölbaums. Athene soll den ersten Olivenbaum an der Quelle der Akropolis in Griechenland gepflanzt haben. Da sie die Göttin des Kampfes war und ihre Siege lange Friedenszeiten brachten, wurde der Olivenzweig zu einem Friedenszweig. Dem Olivenbaum wurde so große Verehrung entgegen gebracht, dass man ihm auch in Kriegszeiten keinen Schaden zufügte. Häuser wurden zerstört, aber Olivenhaine wurden aus Angst vor der Rache der Götter verschont. Aus dem Buch Genesis ist die erste Überlieferung des Olivenzweiges als Friedenssymbol bekannt: Noah soll eine Taube auf Landsuche geschickt haben und sie kam mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück. Gott ließ sich dadurch besänftigen und die Sintflut ebbte ab. Seitdem gilt die Taube mit dem Olivenzweig als das Friedenszeichen Gottes. Im Koran wird der Olivenbaum als Quelle des Lichts und als Weltenbaum bezeichnet. Direkt vom Baum ist die Olive bitter und nicht essbar. Erst mehrmaliges Einlegen in Wasser, wobei die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, macht sie genießbar. Grüne Oliven sind unreife schwarze Oliven und nicht etwa eine eigenständige Sorte. Im Handel befinden sich auch mit Eisenglukonat schwarz gefärbte grüne Oliven. Spanien hat mit seinen über zweihundert verschiedenen Olivensorten den ersten Platz in der weltweiten Olivenproduktion erobert.

Tee-Rezept:

1 Teelöffel Olivenblätter in 150 ml kaltes Wasser geben, zum Kochen bringen, anschließend ca. 5 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Als Kur kann der Tee bis zu maximal vier Wochen lang mit drei bis vier Tassen täglich getrunken werden. Dieser Tee eignet sich nicht zur Daueranwendung, da es sonst zu Magenreizungen kommen kann.

Christina Steffens
Heilpraktikerin
LnB Schmerztherapie
LnB Bewegungslehre
Phytotherapie
www.algarve-heilpraktikerin.com
Mob.: +351 919291931

ESA 12/13

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