Oleander

Portugiesischer Name: Loendro, Cevadilha

Synonyme: Rosenlorbeer

Wissenschaftlicher Name: Nerium oleander

Familie: Apocynaceae (Hundsgiftgewächse)

Botanik: Die immergrüne, verholzende Pflanze wird bis zu 5 m hoch. Die quirlig angeordneten, lanzettlichspitzen, ledrigen, dunkel-grünen, bis zu 15 cm langen Blätter sind deutlich an dem Mittelnerv und dem umgerollten Blattrand zu erkennen. Die in trugdoldigen Rispen angeordneten Blüten erscheinen, je nach Züchtung, leuchtend rot, rosa, gelblich oder weiß.

Hauptinhaltsstoffe: Verschiedene Herzglykoside (Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin, Oleandrigenin, Adynerigenin, Neriagenin, Oleagennin, Uzarigenin), Flavonoidglykoside (Neriin, Rutin), Pregnanglykoside, pentacyclische Triterpene, Saponine, Gerbstoffe und ätherische Öle

Drogenbezeichung: Oleandri folium (Oleanderblätter)

Medizinische Verwendung: Aufgrund der Herzglykoside des Oleanders wird eine Stärkung der Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels sowie ein verlangsamen des Herzschlages erwartet. Zudem besitzt Oleander harntreibende Eigenschaften. Hieraus ergibt sich eine Anwendungsmöglichkeit bei Herzinsuffizienz und funktionellen Herzstörungen. Volksheilkundlich wird ein Auszug aus Oleanderblättern äußerlich auch bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt. Aus Indien ist bekannt, dass Oleander äußerlich bei Krätze, Hämorrhoiden und Augenerkrankungen angewendet wird. Homöopathisch wird Nerium oleander bei Herzerkrankungen, Verdauungsstörungen, nässenden Ekzemen, Lähmungen und Rheumatismus verschrieben. Erbrechen, Pupillenerweiterungen, Sinnesverwirrungen, schwere Durchfälle und Koliken sind erste Anzeichen einer Vergiftung durch Oleander. Herzrhythmusstörungen können auftreten. Das spontan einsetzende Erbrechen verhindert meist die Resorption von großen Giftmengen in den Körper. Eine Todesfolge ist jedoch möglich.Für Nebenwirkungen und Gegenanzeigen wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt.

Wissenswertes: Wie alle stark giftigen Pflanzen zählt auch der Oleander zu den schon seit Dioskurides verwendeten Heilpflanzen. Trotz der Giftigkeit wurden Oleanderblätter als Gegengift bei Schlangenbissen empfohlen. Die Anwendung bei verschiedenen Hauterkrankungen sowie Malaria wird volksheilkundlich bis heute überliefert. Seit dem 18. Jh. findet der Oleander aufgrund der Forschungen von M. E. Pelikan und J. E. O. Schmiedberg für die Behandlung von Herzerkrankungen Erwähnung. Der Gattungsname „Nerium“ wird vom griechischen „nerion“ für „nass“ abgeleitet und bezieht sich auf den feuchten Wuchsort der Pflanze. Der Name „oleander“ stammt aus dem lateinischen „olea“, dem Namen für „Ölbaum“, und soll auf die Ähnlichkeit der Blätter der beiden Pflanzen hinweisen.

Warnung: Alle Pflanzenteile des Oleander sind stark giftig und sollten nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathischen Verdünnungen verwendet werden!

Christina Steffens

Share.

Comments are closed.