Mariendistel

Botanik: Die ein- bis zweijährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm. Aus einer grundständigen Rosette, bestehend aus großen, glänzenden, weiß-marmorierten, dornig-gezackten Blättern, bildet sich im zweiten Jahr ein kahler oder leicht flaumig-behaarter, verzweigter Stängel. Aus den purpurfarbenen Blütenköpfen entwickeln sich schwarzbraune, große Samen mit weißen Flughaaren, ähnlich denen der Löwenzahnsamen.

Haupt-Inhaltsstoffe: Flavonolignane (als Silymarin = Isomeren-Gemisch aus Silybin, Silychristin und Silydianin), Flavonoide, fettes Öl, Triterpene, Proteine.

Drogenbezeichnung: Cardui mariae fructus (Mariendistelfrüchte).

Medizinische Verwendung: Die Mariendistel ist die wichtigste Heilpflanze bei allen Lebererkrankungen und sie zählt zu den am besten erforschten Arzneipflanzen überhaupt. Der in der Mariendistel enthaltene besondere Wirkstoffkomplex Silymarien (bestehend aus Silybinin, Silydianin und Silycristin) stimuliert die Regenerationsfähigkeit der Leber im Zellkern und regt so die Neubildung der Leberzellen an. Zudem stabilisiert es die Zellstruktur der Leberzellmembranen, wodurch das Eindringen von Giften (Alkohol, Medikamente, Nahrungs- und Umweltgifte) ins Zellinnere der Leber verhindert wird. Bei toxischen Leberschäden, Fettleber und begleitend bei Leberzirrhose und chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen bietet sich deshalb eine Behandlung mit hoch dosierten Fertigpräparaten an. Da die leberschützende Wirkung von Silymarien so stark ist, wird sogar bei einer Knollenblätterpilzvergiftung die Behandlung mit einer Silybinin-Infusion empfohlen. Die Samen, als Tee oder Tinktur verarbeitet, können vorbeugend bei Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Druckgefühl im Oberbauch sowie bei Gallensteinleiden, Krampfadern und Kopfschmerzen eingesetzt werden. In der Homöopathie findet Silybum Anwendung bei Leber- und Galle-Erkrankungen, Hämorrhoiden und Krampfaderleiden sowie Rheumatismus in der Schulter und in der Hüfte. Wichtig: Eine Behandlung mit den gut verträglichen Mariendistelsamen sollte über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten vorgenommen werden! Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Gelegentlich kann es zu Stuhlverflüssigung kommen. Wissenswertes: Einer alten Überlieferung nach soll die weiße Marmorierung in den Blättern von der Muttermilch der Jungfrau Maria stammen. Die volkstümlichen Namen aus den verschiedensten Ländern haben hierin ihren Ursprung. Kulinarisch lohnt der Versuch, die jungen Blüten wie die Artischocke zuzubereiten und die jungen Blätter wie Spinat zu kochen.

Rezepte:

Mariendistelsamentee: 2 Teelöffel der Samen mörsern, mit einer Tasse heißem
Wasser übergießen und 15 min. ziehen lassen. Bei Verdauungsbeschwerden 3-mal täglich ca. 30 min. vor den Mahlzeiten trinken.

Mariendistelsamentinktur: Ein Teil zermörserte Samen werden mit 10 Teilen 40%igem Alkohol übergossen, täglich geschüttelt, nach 3 Wochen gefiltert und in eine dunkle Flasche abgefüllt. Bei Verdauungsbeschwerden und Migräne 3-mal täglich 20 Tropfen einnehmen. Da Tinkturen alkoholhaltig sind, eignet sich die Einnahme dieser Tinktur nicht, wenn Sie an Lebererkrankungen leiden!

Sprechen Sie über eine mögliche Einnahme von Fertigpräparaten bei toxischen Leberschäden, Fettleber oder begleitend bei Leberzirrhose und chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen vorher mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Christina Steffens
Heilpraktikerin
LnB Schmerztherapie
LnB Bewegungslehre
Phytotherapie
www.algarve-heilpraktikerin.com
Mob.: +351 919291931

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