Lavendel

Botanik: Die aromatischen, buschigen Halbsträucher bestehen aus oft vierkantigen Stängeln, gegenständigen bis wirtelige angeordneten, ungestielten, filzig-weich behaarten, graugrünen Blättern. Die scheinährigen Blüten sind je nach Art blauviolett bis blassgrün. Die Wuchshöhe beträgt bis zu 100 cmHauptinhaltsstoffe: bis 3 % ätherische Öle, Kumarine, Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine, Phytosterole. Drogenbezeichung: Lavandulae flos (Lavendelblüten), Lavandulae aetheroleum (Lavendelöl). Medizinische Verwendung: Die besonderen ätherischen Öle des Lavendels wirken entspannend auf das Zentralnervensystem und finden so Anwendung bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen, nervöse Darmbeschwerden, Reizmagen bis hin zu krampfartigen Blähungen und Spannungskopfschmerz. Zudem wirkt Lavendel bei Grippe und Erkältungskrankheiten aufgrund der antibakteriellen und antiviralen Wirkung entzündungshemmend auf die oberen Atemwege. Äußerlich hilft Lavendel bei schlecht heilenden Wunden, leichten Verbrennungen und Sonnenbrand. Hierbei kann das ätherische Öl sogar pur aufgetragen werden (das sollte bei keinem anderen ätherischen Öl versucht werden!), denn zusätzlich wirkt es desinfizierend und keimhemmend gegen viele Bakterien, Viren und Pilze. Nachdem der „Echte Lavendel“ (Lavandula angustifolia) als Arzneipflanze sehr gut erforscht ist, hat sich eine Arbeitsgruppe der Universität von Coimbra in Portugal dem hier heimischen „Schopf-Lavendel“ (Lavandula stoechas) und dem „Grünen Lavendel“ (Lavandula viridis) gewidmet. Deren ätherische Öle, als auch einzelne darin enthaltene Komponenten werden auf ihre wachstumshemmenden sowie abtötenden Wirkungen gegenüber pathogenen Haut- und Schleimhautpilzen getestet. Bisher wurden durchweg positive Ergebnisse erzielt und diese bereits publiziert. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Wissenswertes: Da die alten Römer nicht nur in Lavendelwasser badeten, sondern auch ihre Kleidung damit wuschen, erklärt sich auch der aus dieser Zeit stammende lateinische Name des „Lavandula“, denn „lavare“ bedeutet ganz einfach „waschen“. Die ersten Lavendelpflanzen brachten Mönche im 11. Jahrhundert nach Mitteleuropa und kultivierten sie in ihren Arzneigärten. Hildegard von Bingen gab dem Lavendel auch den Namen „Muttergotteskraut“, weil er anaphrodisierend wirken und so von unkeuschen Gelüsten befreien sollte. Tipp aus Großmutters Zeiten: Lavendelsäckchen im Kleiderschrank halten Motten fern.

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