Koriander

Botanik: Die einjährige krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu 90 cm erreichen. Aus einer spindeldünnen Pfahlwurzel treibt ein aufrechter, im oberen Teil verzweigter Stängel. Die jungen, rundlichen, breiten und dreigeteilten Blätter erscheinen, wenn sie älter sind fein geteilt und doppelt gefiedert. Die doppeldoldigen, langgestielten Blütenstände wachsen endständig oder in den Achseln der Blätter. Die Kronblätter der Blüten sind weiß bis zart rosafarben. Die strohgelben, fast kugelrunden Früchte sind zweiteilig und 2 bis 5 mm groß.

Haupt-Inhaltsstoffe: Coriandri fructus: Ätherisches Öl, fettes Öl mit ungesättigten Fettsäuren, Hydroxycumarine, Kaffeesäurederviate, Alkohol Coriandrinondiol
Coriandri herba: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, fettes Öl, Proteine, Vitamin C, Flavonoide, organische Säuren, Furanocumarine, Cumarine

Drogenbezeichnung: Coriandri fructus (Korianderfrüchte), Coriandri aetheroleum (Ätherisches Korianderöl), Coriandri herba (Korianderkraut)

Medizinische Verwendung: Korianderfrüchte wirken aufgrund des Gehaltes an ätherischen Ölen verdauungsfördernd, schwach krampflösend und blähungstreibend. Dadurch bietet sich die Anwendung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden an. Korianderkraut hat die Eigenschaft, Schwermetalle aus Gehirn und Nervenzellen auszuleiten. Forschungen der portugiesischen Universität Beira Interior, sowie des Unversitätsklinikums Freiburg haben eine signifikante antibakterielle Wirkung gegen diverse z.T. antibiotikaresistenten Keimen beobachten können. Zudem können äußerliche Einreibungen mit Korianderkrauttinktur Rheuma und Kopfschmerzen lindern. Das ätherische Korianderöl als Raumduft wirkt positiv motivierend und anregend. Außerdem soll Koriander aphrodisierend wirken. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Aber in der Schwangerschaft sollte die Pflanze nicht übermäßig konsumiert werden, weil es Kontraktionen der Gebärmutter auslösen kann! Aufgrund der phototoxischen Furanocumarine kann es bei empfindlichen Personen auf der Haut zu allergischen Reak-tionen kommen.

Wissenswertes: Der Name „Koriander“ leitet sich vom griechischem Wort „Koris“ ab und bedeutet „Wanze“. Die alten Griechen empfanden den eigentümlich aromatischen Geruch der Pflanze als wanzenartig. „Sativum“ stammt aus dem Lateinischen von „serere“ für „Säen“ und gibt uns damit den Hinweis auf die schon sehr alte Verwendung als Kulturpflanze. Tatsächlich wurde bereits um 1550 v. Chr. im „Papyrus Ebers“ der alten Ägypter, sowie in den Sanskrit-Schriften und später im Alten Testament der Koriander als heilsames Gewürz erwähnt. Die alten Griechen der Antike lobten die Pflanze als Medikament und durch die Römer wurde der Koriander über ganz Europa verbreitet. Selbst die spanischen Weltentdecker konnten auf ihren Reisen nicht auf das heilsame Gewürz verzichten und so gelangte der Koriander als eines der ersten Gewürzkräuter über Mexiko und Peru nach Amerika.

Rezepte:

Tee: 1 Tl der zerstoßenen Früchte mit einer Tasse heißes Wasser übergießen, zudecken und nach ca. 8 Minuten filtern.

Tinktur: Ein Einmachglas reichlich mit dem frisch gepflückten Kraut (gerne auch mit den Blüten und den Früchten) füllen und anschließend mit 45%igem Alkohol übergießen, das Glas schließen, täglich schütteln, nach 3 Wochen filtern und in dunkle Gläschen füllen.

Paste: Einfach etwas Korianderkraut und Knoblauch mit etwas Salz und Olivenöl in einem Mixer zu einem Brei verrühren. Eine Woche lang 3-mal täglich ca. 1 El von der Paste zu den Mahlzeiten einnehmen. Die Paste nach 3 Tagen Pause eine weitere Woche einnehmen. Auf reichlich Wasser trinken ist zu achten! Individuelle Dosierung muss beachtet werden. Evtl. muss die Dosis erhöht oder reduziert werden.

Früchte: Nach dem Genuss knoblauchreicher Mahlzeiten kann das Kauen der Korianderfrüchte den Mundgeruch mildern.

Christina Steffens
Heilpraktikerin
LnB Schmerztherapie
LnB Bewegungslehre
Phytotherapie
www.algarve-heilpraktikerin.com
Mob.: +351 919291931

ESA 8/13

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