Kermesbeere

Botanik: Die bis zu 3 Meter hoch wachsende, mehrjährige, verzweigte Staude besitzt lanzettförmige, matt-grüne Blätter und rötliche Stängel. Aus den blass grün-weißlichen Blütentrauben entstehen lackschwarz- violette, fleischige Beerenfrüchte.

Hauptinhaltsstoffe: Triterpensaponine (Phytolaccatoxin), Lektine, Neolignane, antiviral wirksame Proteine, Alkaloide

Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Blätter, junge Triebe, Wurzel

Medizinische Verwendung: Die Kermesbeere war in Amerika im 19. Jahrhundert eine bekannte und viel genutzte Heilpflanze. Heute wird sie fast ausschließlich in der Homöopathie verwendet. Als eines der wichtigsten Drüsenmittel der Homöopathie wird Phytolacca besonders bei entzündetem, geschwollenem Drüsengewebe des lymphatischen Rachenrings und der Ohrspeicheldrüse angewendet. Hierzu zählen geschwollene, entzündete Mandeln, Schluckbeschwerden und stechende Ohrenschmerzen sowie Schwellungen der Ohrspeicheldrüse. In der Stillzeit kann die Anwendung bei Veränderungen im Brustdrüsengewebe wie Entzündungen und Verhärtungen versucht werden. Zudem hilft es, je nach Verdünnung die Milchmenge zu steigern oder zu mindern. Hinzu kommt die Anwendung bei rheumatischen Beschwerden.

Wissenswertes: Der wissenschaftliche Name „Phytolacca“ stammt aus dem griechischen Wort „Phyton“ für „Pflanze“ und dem lateinischem Wort „lacca“ für „Lack“ und bezieht sich auf die lackfarbenen Beeren mit dem purpurroten Saft. Die Bezeichnung „Kermesbeere“ kommt von dem persischen Wort „kermes“ und bedeutet „rot“ (karmesinrot). Der aus den Beeren gewonnene rote Farbstoff diente lange Zeit als Lebensmittelfarbstoff, um z.B. Rotwein, Süßigkeiten und Schminke eine intensive Farbe zu verleihen. Die jungen Triebe enthalten fast kein Gift und können im Frühjahr geerntet und wie Gemüse gekocht (das Wasser sollte dabei 3 Mal gewechselt werden) gegessen werden. Vorsicht: Je älter die Blätter und Stängel werden, desto giftiger werden sie!

Christina Steffens

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