Ephedra

Botanik: Der an den Schachtelhalm oder Ginster erinnernde verholzende Rutenstrauch besitzt gegenständig angeordnete, schuppenartige Blätter, welche als solche kaum zu erkennen sind. Aus den unscheinbaren Blüten entwickeln sich ungeschützte rote Zapfenbeeren, sogenannte Nacktsamen. Hauptinhaltsstoffe: 1-2 % Alkaloide (Ephedrin, Pseudoephedrin), Flavonoide, Catechine, Lignane, Gerbstoffe, Polysaccharide, ätherische Öle. Die Ephedraarten des Mittelmeerraumes sowie Portugals enthalten nur das schwächer wirksame Pseudoephedrin.

Drogenbezeichung: Ephedrae herba (Getrocknete Stängel, Ephedrakraut)

Medizinische Verwendung: Das wirksamkeitsbestimmende Ephedrin wirkt indirekt sympathomimetisch und zentral stimulierend und somit kommt es zur Steigerung des Blutdrucks, die Gefäße verengen sich, es wirkt stimulierend, euphorisierend, krampflösend auf die Lungen, antiallergisch, wach machend, appetithemmend und stark diuretisch (wasserziehend). Anwendung findet es bei Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus bei Erwachsenen und Schulkindern sowie bei Heuschnupfen, Dysmenorrhö und Libidoschwäche. In der chinesischen Medizin wird Ephedrakraut bei Erkältungskrankheiten, Asthma und zur allgemeinen Stimulation mit Anregung des Kreislaufes verschrieben. Alle Ephedra-Zubereitungen sind verschreibungspflichtig und stehen auf der Doping-Liste des Deutschen Sportbundes. Gegenanzeigen sind Schlaflosigkeit, nervöse Unruhe, Herz-Kreis- laufbeschwerden und Schwangerschaft. Aufgrund der Gefahr der Gewöhnung sollte Ephedra nur kurzfristig angewendet werden. Nebenwirkungen können sein: Unruhe, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen etc. In Kombination mit zahlreichen Arzneimitteln sind schwerwiegende Nebenwirkungen möglich.

Wissenswertes: Der Gattungsname leitet sich vom griechischen ephedros = daraufsitzend ab und beschreibt die blattlose, binsenähnliche Pflanze mit den knubbeligen Beeren. Die Nutzung Ephedras reicht bis zu den Neandertalern zurück. Aus der Zeit um 28.000 v. Chr. stammen Funde der Pflanze aus einer Grabstätte bei Shanidas im heutigen Irak. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nutzt Ephedra bereits seit 6.000 Jahren, und bei Ausgrabungen in einer 3.000 Jahre alten Tempelanlage in Turkmenistan wurde ebenfalls Ephedra gefunden. Somit ist Ephedra eines der ältesten verwendeten Heil- und Genußmittel der Menschheit. In der heutigen Zeit wurde Ephedra aufgrund der starken Nebenwirkungen des hoch dosierten, synthetisch nachgeahmten Epehdrins (in Fertigpräparaten gemischt mit Wirkstoffverstärkern) verboten.

Christina Steffens

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