Agave

Die rosettige Pflanze erscheint mit einem kurzen, kaum sichtbaren Stamm und bildet zahlreiche Ausläufer. Die bis zu 2 Meter langen und bis zu 25 Zentimeter breiten, graugrünen Blätter sind schmal-lanzettlich, spitz zulaufend und enden mit einem bis zu 5 Zentimeter langen, leicht gebogenen Dorn. Der Blattrand ist gewellt und mit braun-schwarzen Dornen besetzt. Die Pflanze bildet nach zirka 15 Jahren einen bis zu 9 Meter hohen schlanken, geraden und rispigen Blütenstand mit bis zu 30 Ästen.

Haupt-Inhaltsstoffe: Oxalsäure, Rhamnose, Saponine, Xylose

Medizinische Verwendung: Der Saft der Agaven wird in Mittelamerika schon seit langer Zeit als Heilmittel eingesetzt, denn er wirkt antiseptisch, schweißtreibend, harntreibend und abführend. Aus einem Gemisch des Pflanzensaftes mit anderen Heilpflanzen stellen die Mexikaner einen Umschlag für stark entzündetet Wunden her. Außerdem wird dort ein Tee aus den zerkleinerten Blättern als Auflage bei Prellungen genutzt. Die stark desinfizierende Wirkung des Saftes soll das Wachstum von Fäulnisbakterien des Magen-Darm-Trakts hemmen, sodass die Agave bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall sowie bei Gelbsucht hilfreich sein soll. Angeblich sollen Agave-Fasern, welche über Nacht in Wasser mazeriert wurden, als Kopfhaut-Tonikum bei Haarausfall helfen und ein Kaugummi aus dem Wurzelsaft wird in Mittelamerika bei Zahnschmerzen gekaut. Die schweiß- und harntreibende Wurzel wurde zur Behandlung von Syphilis gebraucht und hat vermutlich aufgrund dieser Eigenschaft im 16. Jahrhundert den Weg nach Europa geschafft. Vorsicht: Da der Saft der Agave leicht giftig ist, kann eine Überdosierung zu allergischen Reaktionen, Hautreizungen und Hautausschlägen führen! Es wird empfohlen, die Agave innerlich nur homöopathisch zu verwenden.

Wissenswertes: Die vielseitige Agave: Die saponinreiche Pflanze dient zur Herstellung von Seife und aus den Fasern der Agave werden Tauwerke und grobe Stoffe hergestellt. Die Dornen lassen sich wie Nadeln verwenden und aus den Blütenständen lässt sich wasserdichtes Stroh herstellen. Aus dem Pflanzensaft wird das mexikanische Nationalgetränk Pulque gewonnen. Pulque ist nicht lagerfähig und aus diesem Grund außerhalb seines Heimatlandes nicht sehr bekannt. Aus Pulque wird durch Destillation der „echte“ Tequila hergestellt. Zu Herstellung des Agavensirups wird in einer mindestens 8 Jahre alten Agave ein zirka 15 cm großes Loch in den Kern geschnitten. In diesem Loch bildet sich zirka ein halbes Jahr lang täglich bis zu 1,5 l des süßen Saftes. Dieser schnell verderbliche Saft wird gefiltert, erhitzt und dann abgefüllt. Der Name „Hundertjährige Agave“ stammt aus dem Glauben, dass die Pflanze erst nach 100 Jahren blüht (Siehe Botanik). In der alten Literatur und den Überlieferungen vor der Vergabe des heute festgelegten wissenschaftlichen Namens wurden die Agave-Pflanzen häufig mit den Aloe-Pflanzen verwechselt. Darum wird die Agave auch „Hundertjährige Aloe“ und die Aloe auch „Aloe americana“ genannt. Noch heute finden sich aus diesem Grund Verwechslungen zu den medizinischen Anwendungen der Pflanzen. Auch in Portugal werden in vielen Orten die Agave und die Aloe mit dem gleichen Synonymen „Pita“ und „Piteira“ benannt.

Rezeptzur Herstellung von Seife: Aus Heimatland Berichten entnommen: Die Blätter und Wurzeln in Stücke zerhackt und in Wasser sanft einige Zeit köcheln lassen. Das Wasser darf nicht stark kochen! Anschließend filtern und in Flaschen abfüllen. Mit dieser Flüssigseife können Böden und Bäder gereinigt werden. Der Pflanzensaft kann bei Menschen mit empfindlicher Haut stark hautreizend wirken!

Christina Steffens
Heilpraktikerin
LnB Schmerztherapie
LnB Bewegungslehre
Phytotherapie
www.algarve-heilpraktikerin.com
Mob.: +351 919291931

ESA 9/13

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