Schöllkraut

Schöllkraut

Portugiesischer Name: Erva das feridas, Erva mercúrio, Erva tintureira, Betadine, Celidónia, Erva tintura de iodo Synonyme: Blutkraut, Goldkraut, Goldwurz, Schwalbenwurz, Tüfelsmilch, Warzenkraut, Wulstkraut Wissenschaftlicher Name: Chelidonium majus Familie: Papaveraceae (Mohngewächse)

Botanik: Die zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze bildet aus einer grundständigen Blattrosette einen etwas behaarten Stängel mit einer Wuchshöhe von bis zu 70 cm. Die Pflanze besitzt einen verästelten Wurzelstock. Die tief fiederspaltigen, unpaarig gefiederten und blaugrünen, behaarten Blätter sind wechselständig angeordnet. Die Blüten wachsen in Trugdolden und besitzen vier gelbe Kronblätter, zahlreiche Staubblätter und einen länglichen Fruchtknoten, aus welchem sich eine Schotenfrucht entwickelt. Die ganze Pflanze führt gelborangefarbenen Milchsaft. Haupt-Inhaltsstoffe: Alkaloide (Coptisin, Chelidonin u.a.) Flavonoide, Saponine, Carotinoide, wenig ätherisches Öl Drogenbezeichnung: Chelidonii herba Medizinische Verwendung: Das Schöllkraut wirkt spasmolytisch (entkrampfend auf die glatte Muskulatur) des oberen Verdauungstraktes und der Bronchien. Außerdem wirkt es galletreibend, immunstimulierend, entzündungshemmend, antiviral und antimikrobiell gegen Enterokokken und Staphylokokken. Daraus ergeben sich Indikationen bei krampfartigen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, gestörter Gallenblasenfunktion und Lebererkrankungen. In homöopathischer Verdünnung wird Chelidonium majus auch bei Entzündungen der Atemorgane und bei Rheumatismus verordnet. Zudem kann Schöllkraut bei Asthma versucht werden. Volksheilkundlich wird der frische Pflanzensaft äußerlich gegen Hautleiden wie Krätze, Hühneraugen, Hornhaut und insbesondere bei Warzen eingesetzt. Aber Vorsicht: Der gelbe Milchsaft wirkt stark hautreizend! Schöllkraut sollte nur als genau dosiertes Fertigpräparat verwendet werden, da es bei falscher Dosierung giftig wirken kann. Fragen Sie ihren Arzt oder Heilpraktiker vor einer innerlichen Einnahme. Nicht während der Schwangerschaft, bei schweren Leberfunktionsstörungen, Gallensteinleiden und Verschluss der Gallenwege anwenden. Für Kinder unter zwölf Jahren ist Schöllkraut nicht geeignet.

Wissenswertes: Das Schöllkraut mit seinen goldenen Blüten und dem Milchsaft hat die Alchemisten auf ihrer Suche nach dem Stein der Weisen inspiriert. Das ,,Goldkraut” soll von ihnen den Namen ,,Coeli donum” = “Himmelsgabe” bekommen haben. Andere Interpretationen schließen auf den Namensursprung im griechischem Wort ,,Chelidon” für ,,Schwalbe” und daher stammt auch die deutsche Bezeichnung ,,Schwalbenkraut”. Angeblich soll die Pflanze mit dem Eintreffen der Schwalben zu blühen beginnen.

Die portugiesischen Namen ,,Erva-das-feridas” = ,,Wundkraut” und ,,Erva-tintura-de-iodo” = ,,Kräuter Jodtinktur” verraten über die volksheilkundliche Verwendung der Pflanze

Rezepte
Milchsaft: Der gelbe, frische Milchsaft kann direkt auf die Warze aufgetragen werden. Tipp: Die Pflanze kann auch gut im Blumentopf gepflanzt werden. So ist der frische Milchsaft jederzeit (solange die Pflanze keinen ,,Winterschlaf” hält) verfügbar. Warzensalbe nach Hildegard von Bingen: Unter leichtem Erhitzen und ständigem Rühren werden ca. 50 g Schweinefett (alternativ kann auch Bienenwachs verwendet werden) und ca. 10 g Schöllkrautsaft (aus dem Entsafter) so lange gemischt, bis eine cremige Masse entstanden ist. Mit dieser Salbe 1 bis 2 mal tägl. die Warze einreiben. Diese Salbe kann auch bei anderen Hautleiden versucht werden. Haarspülung bei schuppigen, fettigem Haar: Eine Handvoll des Krautes mit einer großen Tasse heißem Wasser übergießen, abkühlen lassen, filtern und ins gewaschene handtuchtrockene Haar einmassieren. Nicht bei blondem Haar verwenden!

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie LnB Bewegungslehre Phytotherapie
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

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ESA 03/13

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