Senf

Senf

Botanik: Die meist einjährige, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm. Die aufrechte Pflanze kann je nach Art kahl oder behaart sein. Die kräftig-grünen Blätter wachsen wechselständig und sind meist gestielt, im unteren Bereich der Pflanze breit und gelappt und im oberen Bereich lanzettlich. Der Blattrand ist mehr oder weniger gezähnt. Die leuchtend-gelben, zwittrigen Blüten wachsen in traubigen Blütenständen und weisen die typischen vier Blütenblätter der Kreuzblütler auf. Die vom Stängel abstehenden, vierkantigen Schoten beherbergen bis zu fünf oder selten mehr Samen in einer Reihe. Haupt-Inhaltsstoffe: fettes Öl, Senföle, Senfölglykoside (Sinigrin und das Ferment Myrosinase aus denen das stark reizende Allylsenföl freigesetzt wird), Eiweiß, Schleimstoffe, Flavonolglykoside, Provitamin A, Vitamine B und C, Zink, Mineralsalze Drogenbezeichnung: Sinapis albae semen, Semen Sinapis nigrae Medizinische Verwendung: Die Senfölglykoside wirken äußerlich angewendet stark hautreizend und dadurch durchblutungsfördernd und gefäßerweiternd. Das örtliche Gewebe und die Organe werden so in ihrer Funktion gestärkt und Entzündungen können abheilen. Senfmehl-Auflagen sind bei akuten Gelenkentzündungen, rheumatischen Schmerzen, Verrenkungen, Prellungen, Zerrungen, steifer Nacken, Rückenschmerzen, Atemwegserkrankungen sowie bei Spannungskopfschmerzen hilfreich. Innerlich eingenommen ist der Senf hilfreich bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Erkältungskrankheiten, Kreislaufschwäche, Harnwegserkrankungen, Verstopfungen und Wurmkrankheiten. Forscher des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg konnten nachweisen, dass ein regelmäßiger Genuss von scharfem Senf das Krebsrisiko nachhaltig senken kann. Außerdem wirken Senfölglykoside antibakteriell und gering fungistatisch und werden vom Körper über die Lunge und die Harnwege ausgeschieden. Dort entfalten sie besonders stark ihre Wirkung. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Ackersenf bei allen Erkrankungen der Atemwege empfohlen und in der Homöopathie wird der Senf u.a. bei Heuschnupfen, Erkältungskrankheiten und Sodbrennen eingesetzt. Gegen unbegründete Schwermut und Verzweiflung wird der Ackersenf (Mustard) in der Bachblütentherapie verordnet. Er soll die Freude ins Leben zurückbringen. Bei der äußerlichen Anwendung kann es bei empfindlichen Personen oder längerer Anwendung zu Haut- und Nervenschädigungen kommen und innerlich kann es zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Nicht bei Kindern unter sechs Jahren, Nierenerkrankungen, Sensibilitätsstörungen, Krampfadern und andere Venenleiden anwenden! Insgesamt sollten Senfprodukte nicht länger als zwei Wochen angewendet werden. Der schwarze Senf ist in seiner Wirkung am stärksten und der Ackersenf ist am mildesten. Wissenswertes: Die Familie der Kreuzblütengewächse ist groß und die Pflanzen sind kulinarisch wohl am bekanntesten. Unter ihnen befinden sich u.a. Blumenkohl, Brokkoli, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Meerrettich, Kohlrabi, Kresse, Weißkohl und eben der Senf. Bei dieser großen Auswahl fällt das ,,Sich gesund Essen” leicht. Der fast überall anzutreffende Ackersenf ist essbar. Die Blätter verfeinern ein herzhaftes Butterbrot, geben Aufläufen die nötige Schärfe und die schmackhaften Blüten sind ein schöner Anblick im Salat.

Portugiesischer Name: Mostarda-dos-campos, Mostarda-branca, Mostarda-preta Synonyme: Gelbsenf, Geler Senf, Weißsenf, Gartensenf, Mostardkorn, Mostert, Wilder Senf Wissenschaftlicher Name: Sinapis arvensis (Ackersenf), Sinapis alba (Weißer Senf), Sinapis nigra (Schwarzer Senf) Familie: Brassicaceae (Kreuzblütengewächse)

Rezept

Vorsicht: Fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker nach genauen Anleitungen, denn falsches Anwenden oder zu lange Einwirkzeit kann zu starken Schmerzen, Blasenbildungen und Entzündungen führen! Senfmehlbreiumschlag bei Husten, rheumatischen Schmerzen, Verrenkungen, Prellungen, Zerrungen, steifer Nacken, Rückenschmerzen: 3-4 EL Senfmehl mit etwas warmen Wasser (nicht über 40 Grad) so lange verrühren, bis ein nicht zu flüssiger Brei entsteht. Diesen Brei in ein Küchen- oder Leinentuch einschlagen und auf die schmerzende Körperstelle (z.B. Brust) auflegen. Darauf achten, dass eine Stofflage zwischen Brei und Haut ist. Bis maximal 15 Min. unter ständiger Beobachtung dort belassen. Anschließend gut mit warmen Wasser abwaschen, mit Johanniskrautöl oder Olivenöl pflegen und nachruhen. Auf Wärme achten. Natürlich nicht im Genitalbereich, Gesicht, Brust oder bekannten empfindlichen Stellen anwenden! Senfmehlfußbad bei Erkältungen: In einer ausreichend großen Schüssel ca. 2-5 EL Senfmehl geben und mit 40 Grad warmen Wasser ca. 3/4 voll auffüllen. Die Füße darin baden und wer möchte, kann nun so lange heißes Wasser dazugießen, wie es angenehm ist und die Schüssel Platz hat. Nach ca. 15 min. die Füße gut waschen, abtrocknen, einölen und in dicke warme Socken packen. Nur bei unbeschädigter Haut und nicht bei Krampfadern und andere Venenleiden anwenden!

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

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ESA 02/13

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