Erdbeerbaum

Portugiesischer Name: Medronheiro, Erverdeiro Synonyme: Westlicher Erdbeerbaum, Meerkirsche, Hagapfel, Sandbeere Wissenschaftlicher Name: Arbutus unedo Familie: Ericaceae (Heidekrautgewächse)

Erdbeerbaum
Botanik: Der immergrüne Strauch kann bis zu 10 Meter hoch wachsen und bis zu 10 Meter tief wurzeln, aber nur etwa 25 Jahre alt werden. Die Zweige sind mit von bis zu 10 cm langen, glänzend-grünen, wechselständigen, am Rand gesägten, elliptischen Blättern dicht bewachsen. Aus den weiß bis hell rosa-farbenen, glockenförmigen Blüten entstehen kugelige, orange bis rote ca. 3 cm im Durchmesser große Früchte mit warzigem Äußeren, die entfernt an eine Erdbeere erinnern und dadurch dem Baum seinen deutschen Namen gegeben haben. Im Inneren sind die Früchte gelborange, fleischig, weich und mehlig. Haupt-Inhaltsstoffe: Bestimmte Glykoside (Arbutin, Unedosid), Gerbstoffe, Flavonoide Drogenbezeichnung: Arbuti folium (Erdbeerbaumblätter) Medizinische Verwendung: Der Erdbeerbaum sieht traditionell auf eine lange medizinische Anwendung zurück, welche immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint. In Portugal werden die jungen Blatttriebe aber noch vereinzelt als Tee zur Cholesterinsenkung getrunken. Aufgrund der antibiotisch wirksamen Substanzen gegen Staphylococcus aureus und Escherichia coli Stämme werden die Blätter als Mazerat (Kaltwasserauszug) bei Infektionen der ableitenden Harnwege und der Reizblase sowie bei Prostatavergrößerung empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass die antibiotischen Inhaltsstoffe nur in einem alkalischen Harn mit einem pH-Wert von 8,0 wirksam sind. Dies ist mit basischer Ernährung oder mit der Einnahme von Natriumhydrogenkarbonat aus der Apotheke erreichbar. Außerdem bietet sich ein Dekokt (Abkochung) aus den Blättern aufgrund der Gerbstoffe bei unspezifischen Durchfallerkrankungen an. Zudem soll die Rinde des Erdbeerbaumes als Tee getrunken diuretisch (harntreibend) und entgiftend wirken und dadurch z.B. bei rheumatischen Beschwerden hilfreich sein. Für diese Anwendung liegen aber keine sicheren Hinweise vor. Die Früchte und somit auch der daraus gewonnene Schnaps haben (wenn überhaupt) nur eine gering ähnliche Wirkung wie die Blätter. Aufgrund der noch fehlenden Forschungen über die Pflanze liegen keine Angaben zu Nebenwirkungen und Gegenanzeigen vor. Allerdings ist es sicherlich sinnvoll, sich hier an die besser erforschten nahen Verwandten, der ,,echten Bärentraube” (Arctostaphylos uva-ursi), zu halten. Hier wurden bei Menschen mit empfindlichen Magen Übelkeit und Brechreiz beobachtet. Außerdem sollten Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter 12 Jahren von einer Einnahme absehen. Desweiteren sollte sich die Einnahme auf 8 Tage (Aufgrund der Gerbstoffe) beschränken und nicht öfters als 5 Mal im Jahr (aufgrund der leberschädigenden Wirkung) wiederholt werden. Wissenswertes: In der Algarve werden die Früchte für die portugiesische Spezialität ,,Aguardente de Medronho” hauptsächlich mit der Hand geerntet. Anschließend werden die Früchte 3-4 Monate mit Zucker in großen Fässern eingemaischt und dann destilliert. Der daraus entstandene Schnaps ist der farblose Medronho. Einige Bauern veredeln diesen Schnaps weiter, indem sie ihn für weitere zwei Jahre in Holzfässer lagern. Dieser Schnaps hat dann eine goldbraune Farbe. Die Früchte werden auch zu Marmelade verarbeitet und vereinzelnd kann ein Erdbeerbaum-Blütenhonig erworben werden. Obwohl der Erdbeerbaum hauptsächlich in der Algarve und auf Sardinien und nur vereinzelnd in Spanien wächst, ist er im Wappen der spanischen Hauptstadt Madrid mit einem vom Baum naschendem Bären abgebildet.

Rezept: 1 gehäufter TL der getrockneten Blätter mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen und bedeckt ca. 7 Std. ziehen lassen. Filtern und schluckweise trinken. Nicht mehr als 3 Tassen am Tag trinken. Die Ernte der Blätter empfiehlt sich kurz vor der Blütezeit.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

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ESA 10/12

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