Rizinus

Rizinus

Portugiesischer Name: Mamona, Rícino Synonyme: Wunderbaum, Christuspalme, Läusebaum, Römische Bohne Wissenschaftlicher Name: Ricinus communis Familie: Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Vorsicht: Rizinus-Samen sind tödlich giftig! Nach Hautkontakt mit der Pflanze kann es vereinzelt zu Rötung und Juckreiz wie bei einer allergischen Reaktion kommen.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

Botanik: Die schnell wachsende Pflanze kann in unseren Breitengraden unter idealen Bedingungen bis zu 5 Meter hoch werden. In den Tropen ist sie mehrjährig und wird bis zu 13 Meter hoch. Die wechselständigen, glänzenden grün bis rötlich oder tief-purpurfarbenden Blätter werden bis zu 70 cm groß, wachsen an langen Blattstielen und sind handförmig fünf- bis elflappig. Die endständigen, rispigen Blütenstände bilden im oberen Bereich grüngelbe weibliche Blüten mit roten Stempeln und im unteren Bereich grüngelbe männliche Blüten mit gelben Staubblättern. In den rotbraunen, mit weichen Stacheln besetzten kugeligen Kapselfrüchten entstehen rötlichbraunemarmorierte, bohnenförmige Samen, welche an eine vollgesaugte Zecke erinnern. Haupt-Inhaltsstoffe: Rizinus-Öl: Ester der Rizinolsäure Rizinus-Samen: fettes Öl, Proteine (unter anderem das äußerst giftige Ricin) und Alkaloide (unter anderem Ricinin) Drogenbezeichnung: Ricini oleum (Rizinus-Öl) Medizinische Verwendung: Rizinus-Öl findet als drastisches Abführmittel Anwendung und ist dadurch bei akuten Verstopfungen und Wurmkuren hilfreich. Von Ärzten und Hebammen wird es in der Geburtenkontrolle eingesetzt und äußerlich hilft das Öl erfolgreich bei Hauterkrankungen und Entzündungen wie Abszesse, Geschwüre, Schuppenbildung und Akne. In der Volksheilkunde werden die Samen als Breiumschlag bei Kopfschmerzen angewandt und in der Homöopathie findet Ricinus communis bei Durchfallerkrankungen Anwendung. Als Nebenwirkungen bei der Einnahme von Rizinus-Öl wurden krampfartige Magen-DarmBeschwerden, Erbrechen, heftige Durchfälle, Übelkeit und Koliken beobachtet. Kontraindikationen für das Öl sind akute Entzündungen des Magen und des Darms, Darmverschluss, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Gallensteinleiden, Schwangerschaft und Stillzeit. Für Kleinkinder ist es ungeeignet. Rizinus-Öl darf bei Vergiftungen nicht einsetzen werden, denn die Gifte werden durch das Öl schneller vom Organismus aufgenommen. Ebenso dürfen Medikamente nicht im gleichen Zeitraum mit dem Öl eingenommen werden, da sich die Wirkung der Arzneimittel verändert. Wissenswertes: Der Name ,,ricinus” lat. = ,,Zecke” bezieht sich auf die Samen, welche im Aussehen an eine vollgesaugte Zecke erinnern. Der lateinische Name ,,communis” bedeutet ,,gemein, gewöhnlich” und erklärt damit, dass diese Pflanze in ihrer Art am häufigsten vorkommt. Das Synonym ,,Christuspalme” ist ein Übersetzungsfehler aus der biblischen Bezeichnung für die Pflanze als ,,Christus-Hand” = ,,palma Christi” und der Name Wunderbaum bezieht sich auf die Eigenschaft der Pflanze, innerhalb von ca. 4 Monaten bis zu 5 Meter hochwachsen zu können. Schon in dem ältesten medizinischen Werk, dem Papyros Ebers (um 1552 v. Chr.), wird Rizinus Öl als Abführmittel, Haarwuchsmittel und Wundheilmittel beschrieben. Später, im 1. Jh. n. Chr., ordnet Dioskurides dem Rizinus eine viel längere Anwendungsliste zu. In Mitteleuropa wird Rizinus erst im 16. Jh. als Abführmittel in den Heilkräuterbüchern aufgeführt. Rizinus-Öl ist heute in der Medizin, Kosmetik und Industrie nicht mehr wegzudenken. Es findet sich in Cremes, Wimperntusche und Haarpflegemitteln. Außerdem wird es als ein Bindemittel für Lacke und Farben gebraucht und als Schmierstoff und Hochleistungskunststoff in der Automobilindustrie verarbeitet. Vorsicht: Ricin ist eines der stärksten natürlichen Gifte und wird dadurch leider auch als biologische Waffe in Betracht gezogen. Es ist bisher kein Gegengift bekannt. Beim Pressen geht das Gift aber nicht in das Öl über.

ESA 09/12

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