Wilde Karde

Wilde Karde* ­ Weberkarde*

Portugiesischer Name: Cardo-cardador*, Cardo-penteador-de-folhas-recortadas* Synonyme: Weberdistel, Rauhkarde, Igelkopf, Kratzkopf, Kämme, Venusbecken, Kardendistel Wissenschaftlicher Name: Dipsacus fullonum syn. sylvestris*, Dipsacus fullonum*, Dipsacus comosus* Familie: Kardengewächse (Dipsacaceae)

Tinktur: Die frisch geerntete, gesäuberte, ungeschälte und stark zerkleinerte Wurzel wird in ein Schraubglas gegeben und mit 38-40%igem Alkohol aufgefüllt. Nach 3-4 Wochen filtern und in ein dunkles Glas abfüllen.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

Botanik: Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blatt-Rosette, welche aus bis zu 30 cm langen, lanzettlichen, oberseits stacheligen und unterseits an der Mittelrippe mit Stacheln bewachsenen Blättern besteht. Erst im zweiten Jahr entspringt aus dieser Blatt-Rosette ein bis zu 220 cm hoher, aufrechter, verzweigter mit Stacheln besetzter Stängel. Die gegenständigen Stängelblätter sind am Grund der Blattachsel verwachsen. Hier bildet sich ein kleines Blattbecken, in welchem sich Regenwasser sammelt. Die Blätter sind gezähnt bis ganzrandig. Die bis zu 10 cm langen und bis zu 5 cm im Durchmesser großen eiförmigen, zylindrischen Blütenkolben wachsen an langen stacheligen Stielen. Die zart-violetten bis rötlich-lila farbigen Röhrenblüten beginnen in der Mitte des Blütenkolbens zu erblühen und ,,wandern” ringförmig nach oben und unten. Haupt-Inhaltsstoffe: Iridoide, Bitterstoffe, Saponine, Kaffeesäurederivate, Kalisalze, Inulin, Glykoside (Scabiosid), Gerbstoffe Drogenbezeichnung: Dipsaci sylvestris radix (Kardenwurzel), Dipsaci sylvestris herba (Kardenkraut) Medizinische Verwendung: Volksheilkundlich werden Blätter, Blüten und Wurzeln zu Salben, Tinkturen oder Tees verarbeitet, um damit äußerlich erfolgreich rissige Haut, Furunkel, Fissuren, Hautentzündungen, Akne, uvm., zu behandeln. Innerlich eingenommen wirkt die Karde harntreibend, schweißtreibend und verdauungsfördernd. Die Karde hilft dem Körper zu entgiften und kann aus diesem Grund die Beschwerden von Gicht, Rheuma und Arthritis lindern. Außerdem wird das Lymphsystem angeregt und dadurch die körpereigene Abwehr gestärkt. Neuerdings häufen sich Berichte (z.B. Dr. WolfDieter Storl) über die Wirksamkeit von Kardenwurzel bei der Borreliose-Erkrankung. Da es gegen diese Krankheit kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt (auch die Therapie mit Antibiotika ist erwiesenerweise nicht immer hilfreich) ist eine Kur mit der Kardenwurzel-Tinktur oder dem Tee sicherlich einen Versuch wert. Vor allem ist die Karde empfehlenswert, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt, und kann zusätzlich begleitend zu einer AntibiotikaBehandlung erfolgen. In der Homöopathie wird Dipsacus bei chronischen Hautleiden, Afterfisteln und Tuberkulose verordnet. Bis heute gibt es noch keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsbelege über die volksheilkundlichen Anwendungen der Karde. Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Als Nebenwirkungen wurden bei der innerlichen Einnahme selten Herzrasen, Kreislaufprobleme, Angstzustände, Hautausschläge, Schüttelfrost sowie ,,Erstverschlimmerungen” der Symptome beobachtet. Wissenswertes: Dipsacus fullonum ist eine aus der wilden Karde weitergezüchtete Form der Karde. Heute werden die ,,Wilde Karde” und die Weberkarde wissenschaftlich zusammen als D. fullonum bezeichnet. D. fullonum stammt von dem lateinischen Wort fullo ab und bedeutet ,,Tuchmacher, Walker” und bezieht sich somit auf den Gebrauch der getrockneten Blütenköpfe der Weberkarde zum Bürsten von Wolle vor dem Verspinnen. Der Gattungsname Dipsacus wird vom griechischen dipsáo = ,,ich dürste” abgeleitet, und beschreibt das Becken in der verwachsenen Blattbasis, in welchem sich Regenwasser sammelt. Hier entstammt auch der von den Römern verwendete Name labrum veneris = ,,Badewanne der Venus” oder ,,Venusbecken”. Der deutsche Name ,,Karde” stammt von dem lateinischen Namen Carduus ab und heißt ,,Distel”. Hierbei handelt es sich um eine Verwechslung aufgrund der Stacheln der Pflanze. Die Karden gehören nicht zu den Distelgewächsen (Carduoideae). Es gibt 12 Arten, die zur Gattung der Karden gezählt werden. An der Algarve wächst außerdem D. comosus. Diese Karde hat stark gezähnte und eingeschnittene Blätter im Gegensatz zu den ganzrandigen, leicht gezähnten Blättern der D. fullonum. Es wird vermutet, dass alle Arten eine ähnliche Wirkung haben.

ESA 07/12

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