Erdrauch

Portugiesischer Name: Erva-moleirinha, Erva-pombinha Synonyme: Erdgalle, Ackerraute, Rauchkraut, Kratzheil, Traubenkerbel, Grindkraut Wissenschaftlicher Name: Fumaria officinalis Familie: Papaveraceae (Mohngewächse)

Tee: 1 TL Erdrauchkraut zusammen mit ¼ l kaltem Wasser erhitzen, kurz aufkochen lassen, anschließend 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. Bei Bedarf 3 Tassen pro Tag zu den Mahlzeiten trinken. Tinktur: Ein Glas locker mit Erdrauchkraut befüllen, mit 40 %-igem Alkohol übergießen, das Glas schließen, gelegentlich schütteln, nach 2-3 Wochen in ein dunkles Glas abseihen. Ca. 15 Tropfen bei Gallenbeschwerden zu den Mahlzeiten einnehmen. Christina Steffens

Erdrauch
Botanik: Die einjährige krautige Pflanze wächst stark verästelt und wird bis zu 30 cm lang. Die blaugrünen Blätter sind bereift, tief geschlitzt und mehrfach gefiedert. Die Blüten wachsen an einer Ähre, sind rosafarben mit einer dunkelroten, fast schwarzen Spornspitze. An kurzen Stielchen wachsen kleine, kugelige Früchte mit rauer Haut. Haupt-Inhaltsstoffe: Alkaloide (Fumarin und Isochinolinalkaloide), Flavonoide, Fumarsäure, Kaffesäurederivate, Schleimstoffe, Harze und Bitterstoffe. Drogenbezeichnung: Fumaria herba Medizinische Verwendung: Die Alkaloide im Erdrauch wirken krampflösend und entzündungshemmend auf den oberen Verdauungstrakt und insbesondere auf die Gallenwege und den Sphincter Oddi. Zudem reguliert Erdrauch die Gallenfunktion, indem es die Gallensekretion steigert bzw. hemmt. Hieraus ergibt sich eine Anwendungsmöglichkeit bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenblase und der Gallenwege sowie des Gastrointerstinaltrakts. Volksheilkundlich wird das ,,Kratzheil” oder ,,Grindkraut” äußerlich und innerlich bei Schuppenflechte (Psoriasis), Ekzemen und Herpesinfektionen angewendet. Außerdem fördert Erdrauch den Stoffwechsel und senkt erhöhte Blutfettwerte. Die Fumarsäure im Erdrauch wird heute synthetisch nachgeahmt und zu fertigen Präparaten zur Behandlung von Schuppenflechte verarbeitet. Dieses ganze Wissen hatten schon die Heilkundigen vor 2000 Jahren. Schon damals wurde Erdrauch bei Melancholie, Ödemen, Gicht, Leber- und Milzerkrankungen, Verstopfung, Syphilis, Augenentzündungen, rheumatischen Beschwerden, Geschwüren und Hautausschlägen angewendet. Es wird der Pflanze sogar eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei Gallensteinleiden sollte Erdrauch nicht angewendet werden. Forscher entdeckten nun, dass die Fumarsäure auch Patienten mit MS vor weiteren Krankheitsschüben schützt. Studienergebnisse (bisher nur an Tierversuchen getestet) zufolge soll Fumarsäure sogar wirksamer sein als die bisherigen Standardarzneien. Wissenswertes: Wer die Pflanze genauer betrachtet, könnte sich bei den blaugrünen Blättern und den roten-weißen Blüten mit den schwarzen Kronen vorstellen, wie Rauch aus dem Erdboden emporkriecht. Vermutlich erhielt die Pflanze aus diesem Grund den Gattungsnamen ,,Fumaria”, denn ,,Fumus” bedeutet im Lateinischen ,,Rauch”. Von Dioskurides und Plinius wurde überliefert, dass der Pflanzensaft wie Rauch in den Augen brenne. Aus noch älteren Kultüberlieferungen ist von Räucherungen mit Fumaria bei keltisch-germanischen Ritualen die Rede. Andere Heilkundige erklären den Namen damit, dass der in den Blättern festgehaltene Ackerstaub bei Erschütterung wie Rauch aufgewirbelt wird. In der Algarve wachsen verschiedene, sich sehr ähnelnde Fumaria-Arten. Am häufigsten sind F. officinalis und F. capriolata (pt. Catarinas-queimadas) anzutreffen. Sie unterscheiden sich durch ihre Früchte. Die von F. officinalis sind rau und die von F. capriolata sind glatt. Da diese Pflanzen sich so sehr ähneln, ist davon auszugehen, dass volksheilkundlich beide medizinisch Anwendung fanden. Nur F. officinalis wurde von der Kommission E erforscht und bekam eine Positiv-Monografie für die Verwendung bei Beschwerden der Gallenwege, der Galle und des Magen-Darm Trakts.

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
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ESA 04/12

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