Rotes Weinlaub

Rotes Weinlaub

Portugiesischer Name: Videira vermelha Synonyme: Weinstock, Weintraube, Rote Weinrebe, Färberrebe Wissenschaftlicher Name: Vitis vinifera Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)

Botanik: Der bis zu 40 cm hohe, kletternde Strauch besitzt einen tief reichenden Wurzelstock und einen holzigen Stamm mit einer sich meist in Längsstreifen ablösenden Rinde. Von diesem Stamm zweigen rotbraune bis braungelbe, feinfurchige Äste ab. Die kreisrunden bis herzförmigen Blätter sind drei- bis fünflappig, am Blattstiel eng eingebuchtet, Oberseitig kahl und Unterseitig weißwollig bis filzig behaart. Die schwach duftenden Blüten wachsen dicht in Rispen angeordnet. Die kugeligen bis eiförmigen Früchte sind je nach Sorte dunkelblau, violett, grün oder gelblich gefärbt und teilweise bereift. Je Frucht bilden sich drei bis vier birnenförmige Samen im süß bis säuerlichem Fruchtfleisch. Haupt-Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, Anthrocyanoside, organische Säuren, Kaffesäurederivate Drogenbezeichnung: Vitis viniferae folium Medizinische Verwendung: In der Phytotherapie gehören die Flavonoide durch ihre vielseitigen Wirkungen zu den wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffen. Am stärksten wirken sich Flavonoide auf die Kapillargefäße aus. Die Wände dieser feinen Venen werden durch die Flavonoide abgedichtet, zusammengezogen und insgesamt stabiler. Dieser schützende Prozess verhindert den Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe und beugt so Ödementstehungen und Entzündungen vor. Durch die Kombination an Inhaltsstoffen findet rotes Weinlaub Anwendung bei chronisch-venöser Insuffizienz, Krampfadern, Beinödemen und deren Symptomen wie Schmerzen, Juckreiz, Spannungs- und Schweregefühl in den Beinen. Außerdem wurde bei Unterschenkelgeschwüren eine Beschleunigung der Heilung beobachtet. Volksheilkundlich wird das Weinlaub noch vielseitiger eingesetzt: Ein Tee aus den Blättern wird bei Durchfall und Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet und ein Blätterbrei wird als Umschlag bei Hautleiden, Blutungen und rheumatischen Beschwerden angewandt. Vom Weinlaub sind keine Nebenwirkungen oder Kontraindikationen bekannt. Wissenswertes: Schon im Altertum (ca. 6.000 v. Chr.) wussten die Menschen um den Nutzen der Weinrebe. Die Früchte dienten als Nahrungsmittel und schon damals wurde aus ihnen Wein hergestellt. Somit zählt die Weinrebe zu den ältesten Kulturpflanzen. Durch den bei der Weinherstellung nötigen ,,Tod der Frucht” bei der Ernte, ihrer Zerstückelung und die spätere Gärung, hatte der Wein im religiösen Leben als Symbol für die ,,Hoffnung auf Wiedergeburt” eine große Bedeutung. Heute werden die veredelten Unterarten der Weinrebe zur Weinproduktion angebaut. Die medizinische Geschichte des roten Weinlaubs reicht vermutlich ebenso weit zurück, wie die der Weinherstellung. Erste Aufzeichnungen darüber finden sich bei ,,von Galen”, Arzt am Hof des römischen Kaisers und Philosoph Mark Aurel (2. Jh. n. Chr.). Nach ihm finden sich in der Literatur bis heute immer wieder medizinische Verordnungen des roten Weinlaubs. Auch die Kerne der Weintraube, sowie der Rot- und Weißwein (bei mäßigem Genuss) haben durch die Antioxidantien eine positive Wirkung auf den Organismus. Der lateinische Name ,,Vitis” hat einen indogermanischen Ursprung und bedeutet ,,biegen, winden” und bezieht sich somit auf die biegsamen, sich windenden Zweige. ,,Vinifer” kommt aus dem lateinischem ,,vinum” = ,,Wein” und ,,fer” bedeutet ,,tragen”.

Tipp: Wer eine Weinrebe im Garten hat, kann sicher sein, dass keine Pestizide verwendet wurden und aus den Blättern ganz einfach einen Tee herstellen oder sie kulinarisch mit Reis, Knoblauch, Käse und Fleisch füllen.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

ESA 09/11

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