Mönchspfeffer

Mönchspfeffer

Portugiesischer Name: árvore-da-castidade, agno-casto Synonyme: Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschlamm Wissenschaftlicher Name: Vitex agnus-castus Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) Botanik: Der kräftige Strauch kann bis zu 4 Meter groß werden und hat einen 4-kantigen Stängel mit behaarten, lang gestielten, handförmigen, 5-7-fach gefiederten, grünen Blättern. Diese Fiederblätter besitzen lanzettliche, spitze Teilblätter und sind unterseitig weißfilzig und oberseitig kahl und kräftig grün. Die blauen, selten rosa oder weißen Blüten wachsen in endständigen, verzweigten ährenartigen Blütenständen. Sie sind 2-lippig, äußerlich behaart, die Röhre bis zu 6 mm lang, die Oberlippe 2- und die Unterlippe 3-lappig und die Staubblätter ragen lang heraus. Die kleinen Früchte sind fleischig, rötlichschwarz und schmecken scharf. Haupt-Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (Cineol, Limonen, Pinen usw.), Iridoidglycoside (Aucobin, Agnusid), Diterpene, Vitexilakton, Flavonoide, Polypenole, Gerbstoffe und fettes Öl Drogenbezeichnung: (Mönchspfefferfrüchte) Agni casti fructus der Pharmaindustrie gewonnenen synthetischen Einzelsubstanzen und Nachahmer der Natur. Der Mönchspfeffer bewirkt ein Gleichgewicht zwischen Östrogenen und Gestagenen zugunsten der Gelbkörperhormone. Anwendung findet Mönchspfeffer bei unregelmäßigem Zyklus sowie ausbleibender Regelblutung, unerfülltem Kinderwunsch, Förderung des Milchflusses, klimakterischen Beschwerden, prämenstruellen Beschwerden wie Brustspannen, Wassereinlagerungen, Schmierblutungen, Blähungen, depressiven Verstimmungen, Gereiztheit, Migräne und Hautunreinheiten. Damit Mönchspfeffer bei PMS richtig wirken kann, muss er in der zweiten Zyklushälfte eingenommen werden und nicht wie oft beschrieben mehrere Monate durchgehend. Falls es zu einer Verstärkung der Beschwerden kommen sollte, ist die Dosierung zu reduzieren oder mit der Einnahme ganz aufzuhören. Hier sollten andere Pflanzen mit hormonartiger Wirkung probiert werden. Als gelegentliche Nebenwirkungen wurde Hautjucken oder Hautausschlag beobachte. Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Wissenswertes: Der wissenschaftliche Name Vitex agnus-castus leitet sich vom griechischen ,,agnós” = ,,heilig, rein, gottgefällig” und von dem lateinischen ,,castus” = ,,keusch” ab. Daraus ist dann ,,Keuschlamm” (keusches Lamm = Sinnbild für Unschuld und Reinheit) entstanden. Der Name ,,Mönchspfeffer” spielt auf die damalige Verwendung der Früchte und der Blätter als Gewürz in der Küche der Mönche an. Nicht nur wegen des Geschmackes haben die Mönche ihr Essen mit diesem ,,heiligen Pfeffer” gewürzt, sondern vielmehr wegen der triebdämpfenden Wirkung. Hieronymus Bock schreibt 1556 in seinem ,,New Kreüterbuch” über den Mönchspfeffer: ,,Den züchtigen vnd alle zeit frommen Closterleuten, so keuschheit zu halten sich vndernommen, schencke ich diß gewächß jhre ruhe darauff zu haben, darmit jhrem Eyd (den sie gethon) genug geschehe.”

Tipp: Der Mönchspfefferstrauch mit seinen schönen dekorativen Blättern und Blüten ist ein Blickfang in jedem Garten.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

Medizinische Verwendung: Aufgrund der hormonartigen Wirkung finden die Mönchspfefferfrüchte vor allem in der Frauenheilkunde Anwendung. Schon Disokurides hat in seinen Schriften auf die Verwendung der pfeffrigen Früchte bei Fruchtbarkeitsritualen hingewiesen. Bis heute ist nicht herausgefunden worden, welche Inhaltsstoffe für die regulierende Wirkung auf den Hormonspiegel verantwortlich sind. Wie so oft in der Phytotherapie ist das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltstoffe in einer Pflanze viel wirkungsvoller und nebenwirkungsarmer als die in

ESA 08/11

Share.

Comments are closed.