Poleiminze

Poleiminze

Portugiesischer Name: Poejo Synonyme: Flohkraut, Blökkraut Wissenschaftlicher Name: Mentha pulegium Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Botanisches: Die hellgrüne, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm. Die kurz gestielten, schmal elliptischen Blätter sind unterseitig behaart und werden zwischen 1 bis 3 cm lang und bis zu 1 cm breit. Die Blätter sind von ein bis drei schwach gebogenen Fiedernerven durchzogen und sind leicht gekerbt bis ganzrandig. Die rosa-violetten, selten weißen Blüten wachsen blattachselständig in 5 bis 15 kugeligen Scheinquirlen, die in deutlich sichtbaren Abständen voneinander getrennt sind. Beim Berühren der Pflanze wird ein starker minziger Geruch verströmt. Haupt-Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (Pulegon, Menthon, Piperiton und Menthol), Labiatengerbstoffe, Flavonoide Drogenbezeichnung: Pulegii herba Medizinische Verwendung: Die Poleiminze wird heute medizinisch nur noch selten gebraucht, obwohl sie in der Frauenheilkunde schon seit dem Altertum erfolgreich eingesetzt wurde. Aufgrund des ätherischen Öls Pulegon wirkt sie menstruations- und wehenfördernd. Die Wirkung auf die Gebärmutter ist so stark, dass damals in vielen Heilpflanzenbüchern davor gewarnt wurde, mit der Poleiminze eine Schwangerschaft abzubrechen. Es kam hierbei zu vielen Todesfällen oder das ungeborene Baby wurde stark geschädigt. Wie andere Minz-Arten kann sie bei Magenund Verdauungsbeschwerden als Tee getrunken werden, der auch stimmungsaufhellend wirkt. Äußerlich können mit dem etwas stärkeren, abgekühlten Tee Umschläge und Waschungen bei Hautunreinheiten und Entzündungen hilfreich sein, sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum als Gurgelmittel verwendet werden. Die kräuterkundigen Portugiesinnen mischen Poejo gerne mit anderen Heilpflanzen und stellen daraus einen Hustensirup sowie einen Grippetee her und sie würzen ihre Kaninchensuppe mit dem verdauungshelfenden Kraut. Die Poleiminze darf nicht in der Schwangerschaft verwendet werden, da sie abortiv wirkt! Auch in der Stillzeit sollte die Poleiminze nicht gebraucht werden. Größere Mengen und längerer Gebrauch können sich schädigend auf die Leber auswirken. Bei Säuglingen und Kleinkindern dürfen generell keine Minzöle verwendet werden. Wissenswertes: Der wissenschaftliche Name ,,pulegium” wird von ,,pulex” = ,,Floh” und ,,agere” = ,,treiben” abgeleitet und bezieht sich auf die Flöhe (und andere Insekten) vertreibende Wirkung. Daher wird die Pflanze auch ,,Flohkraut” genannt. Aus dem wissenschaftlichen Namen wurde im deutschen ,,Polei” und im portugiesischen “Poejo”. Die Pflanze wird auch ,,Blökkraut” genannt, da sie derart stimmungsaufhellend wirken soll, dass sogar die Schafe nach dem Verzehr der Pflanze anfangen vor Glückseligkeit zu blöken. Schon seit dem Altertum werden verschiedene Minze-Arten für unzählige Anwendungsgebiete angebaut. Da die Minzen stark zur Bastardisierung neigen, sind die Arten schwer festzumachen. Die bekanntesten sind die Pfefferminze, portug. Hortelã-pimenta (Mentha x piperita), Ährenminze, portug. Hortelã (Mentha spicata), Bachminze (Mentha aquata), Ackerminze (Mentha arvensis), Rossminze (Mentha longifolia), Edelminze (Mentha gentilis) und die Poleiminze (Mentha pulegium). Die hier wachsende, sehr aromatische Bergminze (Calamintha baetica) ist eine Verwandte der Gattung Minze portug. Néveda. Der Duft der Minze soll erfrischend, stimmungsaufhellend und sinnlich auf das Gemüt wirken. Schon in Ägypten wurde mit dem starken Aroma der Minze die Leidenschaft angefeuert. In der Antike wurde aus der Minze eine ,,Venuskrone” gebunden und sollte ledige Personen verführerisch duften lassen. Im alten Griechenland wurden heilige Tränke u.a. aus Minze zu Ehren der Fruchtbarkeitsköttin Demeter getrunken.

Rezept: Für Waschungen, Umschläge und als Gurgelmittel werden bis zu 8 Teelöffel des getrockneten Krautes mit 1 Liter heißem Wasser übergossen und abgedeckt 15 Minuten ziehen gelassen. Anschließend wird der Tee gefiltert und muss vor dem Gebrauch abgedeckt abkühlen. Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

ESA 07/11

Share.

Comments are closed.