Schmerzwurz

Portugiesischer Name: Uva-de-cão
Synonyme: Tamus communis L, Yams, Feuerwurzel, Schmerzwurz, Kolikwurzel, Rheumawurzel
Wissenschaftlicher Name: Dioscorea communis (Foto), Dioscorea villosa
Familie: Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae)

Rezept: Die kräuterkundigen Frauen im Süden Portugals legen die roten Beeren ein Jahr in Aguardente ein. Sie filtern die Beeren das ganze Jahr lang nicht ab. Es wird nur der Alkohol für Einreibungen bei Rheuma genutzt. Im folgenden Jahr verwerfen sie den Rest der AlkoholBeeren-Mischung und stellen eine neue Tinktur her. Christina Steffens Botanik: Die mehrjährige, bis zu 3 Meter hoch wachsende Kletterpflanze besitzt links windende, gerillte Stängel mit wechselständigen, herzförmigen, dunkelgrün-glänzenden an langen Stielen befindliche Blättern. Die unscheinbaren, zweihäusigen, bis zu 6 mm kleinen, gelbgrünen Blüten wachsen an Rispen und diese entspringen den Blattachseln. Die fleischigen, zuerst grünen, später roten Beeren werden bis zu 15 mm groß. Haupt-Inhaltsstoffe: Saponine, Kalziumoxalat, Diosgenin, Glykoside, Alkaloide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, histaminartige Reizstoffe Drogenbezeichnung: Rhiz. Dioscoreae villosae Medizinische Verwendung: Traditionell wird die Wurzel bei rheumatischen Beschwerden verwendet. Außerdem trägt sie den Namen ,,Kolikwurzel”, weil sie erfolgreich bei krampfartigen Zuständen des Magens und Darms, sowie der Galle, Blase und in der Geburtshilfe Anwendung findet. Aufgrund der progesteronähnlichen Wirkung wird die Wurzel der Dioscorea villosa erfolgreich (häufig als Creme oder Gel) äußerlich bei prämenstruellen Beschwerden, Eierstockzysten, Myomen, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Die Schmerzwurz (Dioscorea communis) hat in Frankreich aufgrund ihrer guten Linderung bei Blutergüssen den traurigen Namen ,,Kraut der geschlagenen Frauen” bekommen. Auch die kräuterkundigen Portugiesinnen verwenden eine Tinktur aus den Beeren äußerlich bei Blutergüssen, Prellungen und rheumatischen Schmerzen. In der Homöopathie wird Dioscorea villosa bei Schmerzen, Krampfkoliken und so genannter ,,Bauchmigräne “eingesetzt. Die Yamswurzel darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden. Außerdem ist die Pflanze schwach giftig und sollte nur in fertigen Präparaten oder in homöopathischen Verdünnungen verwendet werden. Beim Hautkontakt mit der Pflanze kann es zu Hautreizungen kommen. Wissenswertes: Das in der Wurzel verschiedener Dioscorea-Arten enthaltene Diosgenin diente nach dem Krieg als Ausgangsstoff für Herstellung der Antibabypille und anderen Hormonpräparaten. In Europa wächst Dioscorea communis und Dioscorea balcanica. In Afrika und Mittelamerika wird eine Yams-Art als Grundnahrungsmittel kultiviert. Die Wurzel ähnelt der Süßkartoffel, ist aber nicht mit ihr verwandt. Der Gattungsname ,,Dioscorea ” ist nach dem griechischen Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) benannt, dessen fünfbändiges Werk bis ins 16. Jahrhundert das Standardwerk der Medizin darstellte.

Christina Steffens
Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

ESA 06/11

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