Weinraute

Weinraute

Im Garten gepflanzt soll die Weinraute Schlangen und Ratten vertreiben. Im Haus in Büscheln aufgehangen, soll sie Ameisen fernhalten. Portugiesischer Name: Arruda Synonyme: Bitterkraut, Gartenraute, Augenkraut Wissenschaftlicher Name: Ruta graveolens Familie: Rautengewächse (Rutaceae) Botanik: Die stark aromatische, am Grunde verholzte Pflanze erreicht eine Wuchshöhe bis zu 1 Meter. Der Halbstrauch trägt an stielrunden, aufrechten Stengeln unpaarig gefiederte, graugrüne, durchscheinend punktierte, derbe Blätter. Die gelb-grünlichen Blüten mit gewellten und gezähnten 4-zähligen Kronblättern wachsen in trugdoldig angeordneten Blütenständen. Die kugeligen Kapselfrüchte werden bis zu 1 cm groß. Haupt-Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide (Rutin), Cumarine, Furanocumarine, Furanochinolinalkaloide, Gerbstoffe Drogenbezeichnung: Rutae herba (Weinrautenkraut), Rutae aetheroleum (Weinrautenöl) Medizinische Verwendung: Die Weinraute sollte den Wein nicht nur haltbar machen, sondern auch den Mönchen das Zölibat erleichtern. Schon damals wussten die Heilkundigen um die östrogenähnliche Wirkung der Pflanze. Bei Männern wirkt die Pflanze anaphrodisierend und bei Frauen luststeigernd. Das Kraut führt zum Blutandrang in den Beckenorganen der Frau und wirkt reinigend auf die Gebärmutter. Die Menstruation wird angeregt, die Harnmenge erhöht, die Verdauung gefördert und die Venen gekräftigt. Insgesamt ist die Weinraute ein Mittel für Frauen, die zu früh in die Wechseljahre kommen. Früher haben die Frauen die Pflanze dazu genutzt, um nach Liebesdingen unerwünschte Schwangerschaften zu beenden. In Frankreich wurde sie darum auch ,,Kraut des schönen Mädchens” (,,herbe de la belle fille”) genannt. Leider wurde damals die Giftigkeit der Pflanze oft unterschätzt, denn viele Frauen starben bei dem Versuch, die ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Volksheilkundlich wird die Weinraute noch heute bei Entzündungen der Augen verwendet, und in Marokko üben kräuterkundige Frauen mit ihrer Hilfe Einfluss auf den Liebesdrang ihrer Männer aus. In der Homöopathie wird die Weinraute bei Quetschungen und Prellungen, körperlichen Überanstrengungen, Krampfadern und Rheuma eingesetzt. Als Nebenwirkungen bei zu hoher Dosierung können Magen- und Darmbeschwerden, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindel, Ohnmachten, Abort, bei Sonneneinwirkung Phototoxizität, Krampfzuständen und Anschwellen der Zunge auftreten. Beim Pflücken der frischen Pflanze kann es zu Hautausschlägen kommen. In der Schwangerschaft darf Weinraute nicht verwendet werden! Wissenswertes: Die Weinraute gilt als die älteste Schutz-und Zauberpflanze der Menschheit, denn in ihrer Blattform vermuteten die Menschen eine abwehrende Hand zu erkennen. Um das Böse zu vertreiben, wurde sie in jeder Ecke des Hauses ausgelegt. Aufgrund ihres starken Geruches glaubten die Heilkundigen in der Weinraute eine Pflanze gegen alle Gifte gefunden zu haben und daher wird sie seit der Antike gegen Vergiftungen jedweder Art eingesetzt. Damalige Ärzte verkündeten: ,,Salbei und Rauten, vermengt mit Wein, lassen dir den Trunk nicht schädlich sein.” Wie schon ihr Name verrät, wurde die Weinraute dem Wein zugefügt. Dies geschah, um den Wein haltbar zu machen, und um gegen Gifte zu schützen, die eventuell dem Getränk zugefügt wurden. Der wissenschaftliche Artenname ,,graveolens” bedeutet ,,stark duftend” und beschreibt den starken, etwas unangenehmen Geruch der Pflanze. ,,Ruta” bedeutet einfach ,,Raute”.

Christina Steffens

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach
www.algarve-heilpraktikerin.com

Mob.: +351 917 135 306

ESA 03/11

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