Borretsch

Borretsch

Portugiesischer Name: Borragem Synonyme: Blauhimmelstern, Gurkenkraut, Himmelsstern, Wohlgemutkraut Wissenschaftlicher Name: Borago officinalis L. Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

Botanik: Die einjährige, kräftige, borstig behaarte, aufrechte Pflanze entspringt einer Grundrosette mit aus bis zu 20 cm langen, lanzett- bis eiförmigen Blättern, die im unteren Bereich wechselständig und im oberen Bereich stängelumfassend sind, und wird bis zu 70 cm hoch. Die abstehenden, nickenden, leuchtend blauen (anfangs rosafarben) sternförmigen Blüten besitzen einen langen Stiel und wachsen an einem traubenförmigen Blütenstand. Das frische Kraut hat einen gurkenähnlichen Geruch und Geschmack. Haupt-Inhaltsstoffe: Das Borretschkraut enthält Kieselsäure, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide sowie Pyrrolizidinalkaloide (0,00020,001 %). Das Borretschsamenöl enthält außerdem essenzielle, ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Drogenbezeichnung: Boraginis herba (Borretschkraut), Oleum boraginis semen (Borretschsamenöl). Medizinische Verwendung: Durch die Gerbund Schleimstoffe wirkt Borretschkraut zusammenziehend (adstringierend), entzündungshemmend, reizlindernd und somit wundheilungsfördernd. In der Volksheilkunde wird er bei entzündlichen Blasen- und Nierenerkrankungen eingesetzt. Er erhöht die Harnmenge und wirkt dadurch entwässernd. Wird sein Saft mit dem des Löwenzahns und der Brunnenkresse zu gleichen Teilen gemischt und getrunken, so ergibt dass ein kräftiges Blutreinigungsmittel, welches sich vitalisierend auf Haut und Haare auswirkt. Hier in der Algarve wird er bei Erkältungskrankheiten getrunken. Ansonsten werden von positiven Ergebnissen bei Hals- und Rachenentzündungen, Bronchitis und Husten berichtet. In der Homöopathie setzt man ihn bei nervösen Herzbeschwerden ein. Das Borretschsamenöl enthält viel wertvolle Gamma-Linolensäure und findet dadurch Anwendung bei Neurodermitis. Hier wurde eine deutliche Linderung des Juckreizes nach zirka vier bis zwölf Wochen beobachtet. Außerdem wirkt es nervenstärkend, schleimlösend und schweißtreibend. Ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis liegt für das Borretschkraut nicht vor, und da die Droge Pyrrolizidinalkaloide (kurz PA) enthält, ist von einer Anwendung abzusehen, da es bei erhöhtem Verzehr lebertoxisch und krebserregend wirkt. Hier gilt, wie schon Paracelsus sagte: ,,Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.”. Für das Borretschsamenöl sind keine Nebenwirkungen bekannt. Auch der gelegentliche Verzehr von den Blüten ist unbedenklich. Wissenswertes: Seit dem Altertum existieren Aufzeichnungen über die Verwendung der himmelblauen Borretschblüten zum Aufhellen bei dunklen Gemütszuständen. Dazu wurde er laut Dioskurides und Plinius dem Wein zugefügt und führte dazu, dass das Leben wieder fröhlich erschien. ,,In vino veritas” = ,,Im Wein liegt die Wahrheit” stammt aus der Naturalis historia von Plinius. Auch Hildegrad von Bingen verordnete traurigen Menschen den ,,Himmelsstern”. Die Herkunft des wissenschaftlichen Namens ist bis heute ungeklärt. Es wird vermutet, dass er vom spanischen ,,borra = struppiges Barthaar” stammt, oder vom arabischen ,,abu araq = Vater des Schweißes” und ,,arraq = schwitzen” , denn der Borretsch wirkt außerdem schweißtreibend. Erst wenn alles ,,alte und schlechte” aus dem Körper raus ist, hat die Lebensfreude wieder Platz.

Die zarten, wunderschönen Blütensterne lassen sich mit Wasser zu Eiswürfeln einfrieren und verleihen so jedem Sommergetränk einen Hauch kühlen Frühlings.

Christina Steffens Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach www.algarve-heilpraktikerin.com Mob.: +351 917 135 306

ESA 02/11

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