Mastixstrauch

Der Mastixstrauch

Portugiesischer Name: Aroeira, Lentisco Synonyme: Mastixpistazie, Wilde Pistazie Wissenschaftlicher Name: Pistacia lentiscus Familie: Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Rezept: Gewürzwein der alten Römer
Zutaten: 200 g Honig, 1,5 Liter trockener Weiß- oder Rotwein, 5 frische Pfefferkörner (oder 10 getrocknete), 2 frische Lorbeerblätter (oder 4 getrocknete), 5 Datteln, 3 g Safran, 3 g Mastix Zubereitung: Die Datteln entkernen, das Dattelfleisch in 200 ml des Weines einweichen, die Kerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Die Dattelkerne, den Wein mit den Datteln und den Honig aufkochen und abschäumen. Die restlichen Zutaten zugeben und noch einmal aufkochen. Wenn der aufgekochte Wein abgekühlt ist, den restlichen Wein zugeben und 1 bis 2 Tage ziehen lassen. Vor dem Servieren den Gewürzwein durch ein feines Sieb filtern. Der Gewürzwein ist kühl gelagert mehrere Monate haltbar.

Botanik: Der immergrüne Strauch erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 und in seltenen Fällen bis zu 8 Metern. Die dunklen, paarig gefiederten Blätter bestehen aus 8-12 eliptischlanzettlichen Teilblättchen, die bis zu 5 cm lang sind und eine aufgesetzte Spitze besitzen. Die Blüten sind zweihäusig und wachsen in kurzen, dichten Blütenständen in den Blattachseln. Die männlichen Blüten wachsen als dunkelrote Staubbeutel und die weiblichen erscheinen grünlich. Die Früchte werden bis zu 4 mm groß, sind rot und mit zunehmender Reife schwarz. Haupt-Inhaltstoffe: 40 % Harzsäuren, etwa 50 % Resene, 5 % Bitterstoffe, 3 % ätherische Öle, Oleanolsäure, u.v.m. Drogenbezeichung: Resina Mastix Medizinische Verwendung: Wenn ein Baum mit Harzen (meist Nadelbäume, aber auch in manchen Laubbäumen und deren Knospen enthalten) verletzt wird, beginnt der ,,weinende Baum” die Wunde wieder zu verschließen, indem er gelbes, zähflüssiges Harz bildet. Dieses natürliche Pflaster schützt die Verletzung und desinfiziert sie mit seinen antibiotischen Inhaltsstoffen. So finden Harze auch beim Menschen Anwendung: als antiseptischer Wundverschluss. Sie wirken wundheilungsfördernd, entzündungshemmend, schmerzstillend und abschwellend. Das Mastix-Harz wird seit dem frühen Altertum zur desinfizierenden Wundbehandlung und zur Zahnpflege genutzt. Gegen Entzündungen im Mundbereich, Zahnbelag und Mundgeruch kauen die Menschen noch bis heute vielerorts das Harz des Mastixstrauches und balsamieren so auch den kranken Magen. An wissenschaftlichen Wirksamkeitsbelegen für die Anwendung bei Infektionen des Gastrointestinaltraktes, der Harnund Atemwege wird noch geforscht. Volksheilkundlich wurden auch die Blätter, Wurzeln und die kleinen roten Steinfrüchte verwendet. Wissenswertes: Räucherungen mit Mastixharz sollen die übersinnlichen Fähigkeiten steigern. Dafür muss das Harz mindestens ein Jahr lagern, da frisches Harz zu stark qualmt. Über Räucherungen zu religiösen Ritualen und in der Heilkunde sind schon seit 1500 vor Christus Aufzeichnungen vorhanden. Geräuchert wurde, um die Duftstoffe aus Kräutern und Harzen freizusetzen. So erklärt sich auch der Begriff ,,Parfüm”. Er leitet sich aus dem lateinischen ,,per fumum” ab und bedeutet ,,durch den Rauch”. Beim Räuchern von Harzen und aromatischen Pflanzen löst sich ,,der Geist der Pflanze” von der Materie und wurde so zur Opfergabe an die Götter. Sensible Menschen sollen durch die rauchigen Düfte den Weg zur ,,Anderswelt” leichter finden. Außerdem werden Räucherungen bis heute zur Desinfektion bei Seuchen und Infekten, insbesondere in Kranken- und Sterbezimmern, verwendet. Die Portugiesen verwenden den Mastixrauch durchaus bodenständiger und räuchern noch heute in Monchique einen Teil ihrer Würste mit ihm. Die Mastixsträucher auf der griechischen Insel Chios produzieren besonders viel Harz. Ihnen verdanken wir, dass Mastix bis heute in Zahnpflegeprodukten, Bonbons, klebrige Geleestückchen, Gebäck, Alkohol (Ouzo, Raki, Retsina-Wein), Kitt und Klebemittel verarbeitet wird.

Christina Steffens Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach www.algarve-heilpraktikerin.com Mob.: +351 917 135 306

ESA 01/11

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