Johannisbrot

Johannisbrotbaum

Portugiesischer Name: Alfarrobeira Synonyme: Bockshornbaum, Karobenbaum, Karobbaum Wissenschaftlicher Name: Ceratonia siliqua Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae /Leguminosae)
Fotos: Gaby Wagner

Christina Steffens

Botanik: Der immergrüne, meistens zweihäusige Baum erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 20 Metern und die ausladende Krone kann bis zu 15 Metern im Durchmesser breit werden. Die bis zu 20 cm langen Laubblätter sind paarig gefiedert und bestehen aus zwei bis fünf Paaren. Die Teilblättchen sind ledrig, verkehrteiförmig, oberseits dunkelgrün glänzend und unterseits etwas heller und werden bis zu 7 cm groß. Die unscheinbaren, grünlichen, ohne Kronblättern geschmückten Blüten wachsen direkt an Stamm, Ästen und Zweigen. Die bis zu 30 cm langen, etwa 1 cm dicken, flachen, meist gebogenen Hülsenfrüchte sind zunächst glänzend grün, später braun und ledrig. Inhaltstoffe: Die vermahlenen Samen enthalten Schleimstoffe, Eiweißstoffe, Flavonoide und Mineralien. Die Schoten enthalten Fruchtzucker, Vitamin B, Mineralien, Spurenelemente, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Faserstoffe. Drogenbezeichung: Ceratoniae semen

Verwendung: Aufgrund der Fähigkeit sehr große Wassermengen zu binden, wird Johannisbrotkernmehl erfolgreich bei Durchfallerkrankungen, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt. Außerdem lindert es Erbrechen von Säuglingen. Johannisbrotkernmehl steigert sowohl die Bildung der Gallensäure als auch die Produktion und Aktivität von Verdauungsenzymen. Die blutfett- und blutzuckersenkende Wirkung ist erwiesen. Bei Ernährungsstörungen, bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Krankheiten wie Sprue und Zöliakie wird Johannisbrotkernmehl als Diätetikum eingesetzt. Nicht nur die vermahlenen Samen finden Verwendung, auch das Fruchtmark der Schoten wird seit jeher in Portugal und Spanien gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Ansonsten werden die Schoten zu Carobpulver (dem Kakaopulver sehr ähnlich) verarbeitet. Medizinisch wird nur das Johannisbrotkernmehl verwendet. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Gelegentlich kann Völlegefühl mit Blähungen auftreten. Wissenswertes: Der Johannisbrotbaum wächst bei widrigsten Bedingungen wie extremer Hitze und Dürre. Außerdem verträgt er salzhaltiges Wasser und seine Wurzeln reichen bis tief ins Erdreich hinein, wodurch er den Boden gegen Erosionen schützt. Durch seine große Baumkrone spendet er wohltuenden Schatten und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Das sehr harte, formstabile und schwer rottende Holz wird gerne zu Parkett und Zäunen verarbeitet. Der deutsche Name Johannisbrotbaum verweist auf die Legende, wonach sich Johannis der Täufer in der Wüste von den Schoten des Baumes ernährt haben soll. Der wissenschaftliche Name ,,Ceratonia” leitet sich vom griechischem ,,keration = Hörnchen” ab und beschreibt so die Form der Früchte des Baumes. Erstaunlicherweise haben die reifen Samen des Baumes die Eigenschaft, ziemlich genau 0,2 g schwer zu sein und das weltweit. Diese Gewichtseinheit wird seit der Antike nach dem Baum als ,,Karat” bezeichnet und dazu benutzt Diamanten und Gold zu wiegen. Die gewaschenen, rohen Schoten (die harten Kerne sollten vorher entfernt werden!) sind nicht nur für Kinder eine süße und gesunde Nascherei.

Heilpraktikerin LnB Schmerztherapie Phytotherapie Gesundheits-Coach Wander-Guide Seminare & Workshops www.algarveheilpraktikerin.com Mob.: +351 917 135 306

 

ESA 10/10

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