Fenchel

Der Schlankmacher

Fenchel, Foeniculum vulgare, Funcho
Fast überall an der Algarve ist der zart befiederte Fenchel zu entdecken. Dieses ,,Unkraut” birgt ungeahnte Heilkräfte in sich

Die ältesten Überlieferungen über die Verwendung des Fenchels stammen aus der Zeit um 3000 v. Chr. aus Ägypten. Die Ägypter kannten den Fenchel sehr gut, bauten ihn allerdings nicht an. Erst die Griechen und Römer haben den ,,Schlankmacher” kultiviert. Sich der verdauungshelfenden Eigenschaften bewusst, würzten sie mit den Samen, Blättern und Stängeln ihren Essig, Öl, eingelegte Oliven, Brot, Fleisch, Salate und Suppen. Bereits der Heilkundige Dioskurides kannte damals die positive Wirkung des Fenchels auf die Verdauungsorgane, außerdem verschrieb er es bei Blasen- und Nierenleiden, Atemwegserkrankungen, Augenentzündungen und als besonderes Frauenmittel. Die Italiener hatten eine besondere Vorliebe, Fenchelstängel als Gemüse zu essen. Sie waren es auch, die den Fenchel zum Knollenfenchel veredelten. Heute wissen wir, dass dieses ballaststoffreiche Gemüse die Zelltätigkeit steigert, entwässert, entgiftet und entkrampfend auf den Darm wirkt. Nebenbei decken nur 100 g der Knolle den Tagesbedarf an Vitamin A und C. Schon vor ca. 300 Jahren wussten die Heilkundigen um die entschlackende Wirkung des Fenchels. Fenchel bindet Fett nachweislich bereits im Darm, so dass sich die unbeliebten Fettpölsterchen erst gar nicht bilden. Hier in Portugal werden Trockenfeigen mit Fenchelsamen abwechselnd geschichtet und so über einen längeren Zeitraum gelagert. Diese besonders verdauungsfördernde Nascherei wird nach dem Essen gereicht. Natürlich kann mit dem Fenchel auch gezaubert werden. Überlieferungen bezeugen, dass Fenchelsamen unter dem Kopfkissen von Kindern diese vor dem bösen Blick schützen sollen. Und wer Fenchelgrün zu Johanni pflückt und an Türen und Fenster hängt, soll das ganze Jahr über nicht von Hexen oder ungebetenen Gästen heimgesucht werden. Eine andere ,,Zauberei” wurde heutzutage wissenschaftlich aufgeklärt. In ihr heißt es, dass Fenchel die von Alkohol verursachte Dumpfheit vertreibe und vor Vergiftungen schützt, indem das Fenchelkraut und die Samen gegessen werden. Der im Fenchel vorkommende Hauptwirkstoff Anethol wirkt tatsächlich entgiftend. Der Name ,,Fenchel” hat sich aus seinem lat. Namen entwickelt. ,,Foeniculum” wiederum stammt von dem lat. Wort ,,foenum” = ,,Heu” ab und erklärt das nach Heu duftende trockene Fenchelkraut im Hochsommer. Fenchel findet innerlich Anwendung bei Blähungen mit krampfartigen Beschwerden, vor allem bei Bauchweh von Säuglingen, außerdem bei Völlegefühl, Appetitlosigkeit, zur Milchbildung stillender Mütter und bei Verschleimungen der oberen Atemwege. Äußerlich hilft Fenchel bei Hautproblemen und Augenentzündungen. Nebenwirkungen und Kontraindikationen liegen für die Teezubereitung nicht vor. Bei der Anwendung mit ätherischem Fenchelöl sind vereinzelnd allergische Hautreaktionen und Atemnot beobachtet worden. Außerdem darf es nicht bei Säuglingen und Kleinkindern, sowie in der Schwangerschaft angewendet werden. Bei Augenentzündung wirkt eine 10 minütige Augenauflage mit lauwarmen(!) Fencheltee mild desinfizierend, schmerz lindernd und heilend. Außerdem wirkt heißer Fencheltee (getrunken) bei leichten krampfartigen Menstruationsbeschwerden sehr entspannend. Für einen Teeaufguss: 1 Teelöffel angemörserte Samen mit einer Tasse (150 ml) heißem Wasser übergießen, 10 Minuten bedeckt stehen lassen, dann abfiltern. Ein ganz besonderes Fenchel-,,Salatöl” lässt sich einfach selbst herstellen. Dazu werden je nach Geschmack ca. eine Handvoll Fenchelsamen angemörsert und in 400 ml Olivenöl an einem warmen Ort 4 Wochen unter regelmäßigem Schütteln stehen gelassen. Abgefiltert und kühl aufbewahrt, hält sich dieses Öl bis zu 12 Monate. Nicht nur Salate lassen sich mit diesem Öl aromatisch verfeinern, sondern Babys schmerzendes Bäuchlein kann mit dem angewärmten Öl sanft massiert werden. Tipp: Dieser abgekühlte Aufguss eignet sich auch als hautberuhigendes und reinigendes Gesichtswasser.

Der Fenchel ist eine zweijährige krautige Pflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler. Aus einer fleischigen Wurzel wächst ein bis zu 2 m hoher, feingerillter, kahler und blaugrün bereifter, im oberen Teil reich verästelter Stängel mit drei- bis vierfach haarförmig geschlitzten, unten gestielten und oben sitzenden Blättern. Die gelben Blüten bestehen aus 5 Kronblätter und bilden eine 10-20 strahlige Dolde. Die kleinen Früchte weisen 5 Rippen auf, sind nicht geflügelt und schmecken scharf aromatisch. Achtung: Sammeln Sie stets nur Pflanzen die Sie wirklich 100 %ig kennen!

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Heilpraktikerin, Phytotherapeutin und LnB Schmerztherapeutin www.algarve-heilpraktikerin.com Infos und Anmeldung unter: 917 135 306

 

ESA 06/10

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