Aztekenfrucht

Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica, Piteira

Der Feigenkaktus wächst als unbeliebtes ,,Unkraut” an den Wegrändern im sonnigen Süden Europas. Kaum jemand weiß um den vielseitigen Nutzen dieses stacheligen Einwanderers

Ursprünglich stammt der Feigenkaktus aus Mexiko und breitete sich von Spanien über die gesamte Mittelmeerregion, nach Afrika, Indien und Australien aus. Archäologische Funde von Pflanzenteilen lassen darauf schließen, dass die Opuntien eine der ältesten Kulturpflanzen Amerikas sind. Die Azteken verehrten den Feigenkaktus als göttliche Frucht und nannten sie ,,Nopal”. Für heilige Feste bereiteten sie einen berauschenden Trunk aus den Früchten. Lange Zeit haben sich die Menschen insbesondere für die kleine Cochenille-Schildlaus, die auf dem Kaktus lebt, interessiert. Sie lieferte den königlich roten Farbton, mit dem fürstliche und kirchliche Gewänder eingefärbt wurden. Heute wird dieses Cochenillenrot noch manchmal zum Einfärben von Lebensmitteln und Lippenstiften eingesetzt. In vielen Teilen der Welt gelten die Früchte, Blüten und Blattsprossen als wichtige Nahrungsquelle für Mensch und Tier. Vermutlich wegen den unhandlichen Stacheln hat die Aztekenfrucht keine große Bedeutung als Kulturpflanze in Europa erlangen können. Dabei besitzt sie eine erstaunlich große Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz, denn sie braucht extrem wenig Wasser, wächst auf trockenen, kargen Böden und wirkt Bodenerosionen und Wüstenbildung entgegen. Der Feigenkaktus kann sogar während der größten Trockenheit des Sommers als Gemüsepflanze geerntet werden. Der ganze Kaktus ist essbar: Die Blattsprossen können nach belieben gebraten, gekocht oder als Salat zubereitet werden. Die Blüten finden als Tee Verwendung und aus den Früchten können Säfte, Marmeladen, Farbstoffe und durch Gährung Alkohol hergestellt werden. Auch roh kann man die Frucht genießen, indem nach vorsichtigem Öffnen mit Messer und Gabel das köstliche Fruchtfleisch ausgelöffelt wird. Die Kerne sind essbar und verdauungsfördernd. Bemerkenswert ist der im Vergleich zu Äpfeln oder Trauben deutlich höhere Gehalt an Vitamin C, Magnesium, Calcium und Kalium. Diese Powerfrucht hilft Menschen nach schweren Krankheiten, beim Sport und in stressigen Zeiten. Außerdem befinden sich in der Frucht alle essenziellen Aminosäuren und der rote Farbstoff enthält antioxidative Eigenschaften, das heißt er schützt die menschlichen Zellen vor vorzeitiger Alterung und Krebs. Medizinisch besonders hervorzuheben ist die positive Wirkung auf Blase und Prostata. Bei regelmäßigem Verzehr der Blüten oder dem Trinken des Blütentees wurde eine Stärkung der Blasenfunktion beobachtet. Nachgewiesen werden konnte eine Besserung der Symptome bei Prostatavergrößerung, wie häufiges Urinieren vor allem in der Nacht und dem ständigen Gefühl, die Blase nicht richtig entleeren zu können. Für Diabetiker empfiehlt es sich, die grünen Blattsprossen als Gemüse der täglichen Nahrung zuzufügen, denn mexikanische Ärzte konnten nach einer zehntägigen Feigenkaktus-Kur eine Abnahme des Körpergewichtes und eine Senkung der Cholesterin-, Blutfett- und Blutzuckerwerten feststellen.

Botanik Der Feigenkaktus gehört zu der Familie der Kakteengewächse und wächst baumartig und stark verzweigt. Die fleischigen, grünen Triebabschnitte sind verkehrteiförmig bis elliptisch, bis 60 cm lang und 20 cm breit. Die widerhakigen Borstenpolster stehen in einem Abstand von bis zu 5 cm zueinander und aus ihnen entspringen manchmal 1-2 kräftige 1 cm lange Dornen. Die gelben bis roten Blüten haben einen Durchmesser von 6 bis 10 cm. Die feigenähnlichen Früchte werden bis zu 9 cm groß, sind erst grün, dann gelb bis rot und ebenfalls mit Borstenpolster besetzt.

Ein Tee aus den Blüten des Feigenkaktus kann bei Blasen- und Prostatabeschwerden angewendet werden. Die Frucht findet Einsatz zur Rekonvaleszenz und bei Verdauungsbeschwerden. Hilfreich sind die Blattsprossen als Gemüse bei Diabetes und Übergewicht. Gegenanzeigen und Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Aus der Algarve ist ein traditionelles SirupRezept bekannt. Es wird bei Erkältungskrankheiten zur Stärkung eingesetzt. Dieser Sirup kann leicht selbst hergestellt werden. Dazu werden die Früchte zunächst vorsichtig mit Messer und Gabel geschält, in Scheiben geschnitten, in ein Gefäß gelegt und mit Honig oder Zucker bedeckt. Nach einem Tag hat sich eine gelbliche Flüssigkeit gebildet. Dieser Sirup wird abgeschöpft und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nicht nur Erschöpfte und Kranke dürfen von dieser Hausmedizin kosten, auch Leckermäuler können sie zum Beispiel mit Eiscreme genießen.

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ESA 10/09

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