Knoblauch

Die stinkende Rose

Knoblauch, Allium sativum, Alho
Bei kaum einem Küchengewürz scheiden sich die Geschmäcker so sehr, wie beim Knoblauch. Die Einen lieben seine würzige Schärfe, die Anderen ekeln sich vor dem Geruch. Liebespaare mit diesem gegensätzlichen Geschmack werden stark auf die Probe gestellt. Angeblich soll das Kauen von Petersilie, Pfefferminze, Kaffeebohnen, Gewürznelken oder das Trinken von Milch, Rotwein oder Zitronensaft gegen den Geruch helfen
noblauch als deutscher Name leitet sich von dem althochdeutschen Wort ,,klioban” = ,,spalten” ab und erklärt das gespaltene Aussehen der Knolle. Im Mittelalter wurde daraus ,,chlobilou” und ,,chlofalauh”. Alliatus (lat.) bedeutet ,,Knoblauchesser” und ,,armer Schlucker” zugleich, was sich auf den Stellenwert des Knoblauches im alten Rom bezieht. Dort war Knoblauch Nahrungsmittel der armen Leute. Die Griechen dagegen, nannten den Knoblauch liebevoll ,, die stinkende Rose”. Alle stark riechenden Pflanzen galten damals als unheilabwehrend. Knoblauch sollte aber nicht nur vor Dämonen und Vampiren schützen, sondern auch Bakterien und Pilze erfolgreich vom Menschen fernhalten. Das wussten auch schon die Ägypter zur Zeit des Pyramidenbaus. Knoblauch, Zwiebel und Lauch gehörten zum täglichen Speiseplan der Arbeiter. Es gibt Aufzeichnungen aus dem Jahre 1600 v. Chr., in denen über Streiks der Sklaven berichtet wird, wenn die Knoblauchration zu niedrig ausgefallen war. Die Menschen damals wollten sich durch den Knoblauchverzehr vor Krankheiten schützen und ihre Kräfte steigern. Heute wissen wir um seine antibiotische Wirkung gegen Darmbakterien. Besonders in warmen Urlaubsländern kann Knoblauch prophylaktisch gegen Darminfektionen jeder Malzeit des Tages zugefügt werden. Der griechische Heilkundige Pedianos Dioskorides ( ca. 40-90 n. Chr.) hat den Knoblauch und 600 weitere Pflanzen in seinem Buch ,,De materia medica” sehr genau beschrieben. Dieses fünfbändige Scriptum galt bis zum 17. Jhd. als Standardwerk der Medizin und wird in den Labors der Wissenschaft von heute oft bestätigt. Die im Knoblauch vorkommenden Schwefelverbindungen Alliin und Allicin wirken antiarteriosklerotisch, durchblutungsfördernd und antimikrobiell. Die Fließeigenschaft des Blutes wird verbessert und somit altersbedingte Gefäßveränderung verzögert. Zusammengelagerte Blutplättchen werden mit seiner Hilfe aufgelöst und dadurch der Gefahr einer Thrombose vorgebeugt. Außerdem senkt er Blutfettwerte, Cholesterinspiegel und den Blutdruck. Allicin wirkt sogar noch in einer Verdünnung von 1:125000 antimikrobiell und antimykotisch gegen Staphylokokken und Candida albicans. Die ,,stinkende Rose” tötet auch bestimmte Grippeviren ab und stärkt das Immunsystem. 1989 wurde der Knoblauch in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Innerlich findet Knoblauch Anwendung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, arterieller Verschlusskrankheit, Herz-Kreislauferkrankungen, Darmpilzerkrankungen, Verdauungsstörungen und Erkältungskrankheiten. Äußerlich kann er bei bakteriellen Scheidenentzündungen, Scheidenpilz, Hautpilz sowie Warzen helfen. Um die antibakterielle Wirkung des Knoblauchs zu verstärken, kann er in Essig eingelegt werden. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung wird das köstliche Knoblauch-HonigThymian-Brot empfohlen: Eine Scheibe Brot mit Butter und Honig bestreichen, mit einer zerhackten Knoblauchzehe und Thymian bestreuen. Zum Schutz vor ,,V(amp)iren” sollte die Hausmedizin bis zu 3mal am Tag gegessen werden. Als Nebenwirkungen wurden selten MagenDarmbeschwerden oder allergische Reaktionen beobachtet. Bei Neigung zu niedrigem Blutdruck sollte Knoblauch vorsichtig dosiert werden. Eine Knoblauchtinktur lässt sich einfach selbst herstelle: zirka 400 g zerstoßener Knoblauch in ein Glas geben und mit 40 %-igem Alkohol übergossen im Kühlschrank aufbewahren. Das Gemisch muss regelmäßig geschüttelt und nach 10 Tagen abgefiltert werden. In dunkle Tropffläschchen abgefüllt sollte es weiterhin im Kühlschrank ruhen. Diese Tinktur kann äußerlich aufgetupft oder innerlich mit bis zu 20 Tropfen täglich eingenommen werden. Wenn Ihnen das zu viel Aufwand ist oder sie den Geruch scheuen, fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker nach Fertigprodukten.

Botanik Der zu den Zwiebelgewächsen (Alliaceae) gehörende Knoblauch ist eine mehrjährige Pflanze mit bis zu 90 cm, flach, bläulich-grünen Blättern. Die Zwiebel setzt sich aus 6-20 Teilzehen um eine Hauptzehe zusammen. Aus dieser Hauptzehe wächst ein runder Stängel an dem die rosa oder weiße Blüte scheindoldig erscheint. Neben dem Blütenstand bilden sich bis zu 30 runde Brutzwiebeln.

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ESA 09/09

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