Pool-Oase

Bepflanzung des badebereichs im Garten

In der Algarve ist der Pool das Herzstück des Außenbereichs und ein wichtiger Aufenthaltsort im Garten. Gerade deswegen sollte seiner Umgebung eine besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden.

Die Bepflanzung um den Pool nimmt in der Gartengestaltung eine Sonderstellung ein. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

1. Der Badebereich ist besonders eng mit dem Traum vom „sonnigen Süden“ verbunden. Um das passende Ambiente zu kreieren wird in seiner Umgebung gerne mit exotischen Pflanzen gearbeitet.

2. Diese sollten andererseits möglichst wenig „Dreck“ machen, das heißt Pflanzen die ein Übermaß an Laub, Blüte oder Frucht abwerfen, und sich dann im Pool wiederfinden, sind in dessen Nähe zu meiden. Damit scheiden laubawerfende und die meisten üppig blühenden Pflanzen in der Regel aus. Aber auch immergrüne sollten im Hinblick auf ihre Laubmenge nicht unterschätzt werden. Sie werfen die Blätter zwar nicht alle auf einmal ab, doch auch sie regenerieren regelmäßig ihre Photosynthesefläche. Oft tritt dabei ein besonders hoher Laubfall im Hochsommer auf, also genau zu der Zeit, in der der Pool schwerpunktmäßig genutzt wird.

Was bleibt nun also übrig um die Badeoase zu begrünen? Palmen gehören wie selbstverständlich zum Pool. Hier war allen voran die Phoenix canarensis gebräuchlich. Dass diese nun wegen ihrer Schädlingsanfälligkeit ausscheidet, eröffnet andererseits neue Möglichkeiten der Variation. Oft passen beispielsweise kleinere Palmenarten, wie die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), die Zierliche Dattelpalme (Phoenix roebelenii) oder die Algarve-Zwergpalme (Chamaerops humilis) viel besser zur übrigen Bepflanzung, weil sie das Bild nicht so dominieren und den Rest der Vegetation nicht verschatten. Auch Vertreter der Gattung Yucca und verschiedene Palmfarne fügen sich recht gut in diese Umgebung ein und auch der Drachenbaum (Dracaea drago) passt in Form und Größe gut in diese Zusammenstellung. Einen besonderen Eindruck hinterlässt mit ihrem exotischen Aussehen die Flaschenbaumlilie (Nolina recurvata), die in ihrem klobigen Stammfuß stets eine Notreserve Wasser für Dürreperioden gespeichert hat. Zu diesen im weitesten Sinne palmartigen Gewächsen gesellenen sich nun die Vertreter zweier Gruppen, die sich vor allem im Hinblick auf ihren Wasserbedarf unterscheiden.

1. Vertreter der subtropischen Region: Diese meist großblättrigen und üppig grünen Pflanzen eignen sich hervorragend um das typische Urlaubs-Flair zu erzeugen, wie wir es überall auf der Welt in Poolnähe finden. In der Algarve sind klimatisch die besten Voraussetzungen gegeben um auch Pflanzen anzusiedeln, die andererorts nur überdacht gedeihen. Beispiele hierfür wären Strelizien (Strelizia reginae, S. nicolai), Blumenrohr (Cana), Monstera (Monstera deliciosa), Baum des Reisenden (Ravenala ma- dagascariensis), Zuckerrohr (Saccharum officinarum) oder Gummibaum (Ficus elastica). Klar ist, dass Bäume nur mit ausreichend Abstand zum Becken und dem Rohrsystem gepflanzt werden dürfen. Im Zweifel kann eine extra Wurzelsperre gleich mit eingebaut oder auch später nachgerüstet werden.

2. Sukkulenten: Zwar warten die Sukkulenten nicht mit so sattem Grün auf, wie die vorige Gruppe, doch auch sie verbreiten zweifelsohne den Reiz des Exotischen. Dass sie dabei noch deutlich wassersparender sind, ist ein klarer Pluspunkt. Und auch der Flor kann sich durchaus sehen lassen, ohne dabei lästigen „Schmutz“ zu produzieren, denn meist blei- ben die Blütenstände an der Pflanze. Für den Poolbereich kommen verschiedenste Vertreter der Kakteen-, Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse in Frage. Beispielhaft seien hier die sogenannten Echinocactus grusonii, Aloe marlothii und Euphorbia candelabrum. Als Bodendecker etwa Hottentottenfeige (Carpobrotus acinaciformis) oder Mittagsblume (Lampranthus spc).

Selbstverständlich sind auch Mischformen dieser beiden Varianten denk- bar. Bringt man Sukkulenten in eine sonst subtropisch dominierte Umgebung, sollten allerdings eher größere Sorten verwendet werden, da kleinere Sukkulenten im üppigen Grün schnell untergehen. In puncto Bewässerung ist bei dieser Variante zu beachten, dass die Sukkulenten (z. B. durch Beimischung von Sand) ein ausreichendes Drainagebett erhalten, da im subtropischen Ambiente deutlich öfter bewässert werden muss und viele Sukkulenten empfindlich auf Staunässe reagieren. Vertreter der Gattung Aloe eignen sich in der Regel recht gut für solche Kombinationen. Anders herum können aber auch einzelne subtropische Pflanzen als „Hingucker“ in eine sonst eher trocken gehaltene Umgebung integriert werden. Einzelne Strelizien treiben die Wasserrechnung nicht gleich ins unermessliche und eine Bananenstaude im Poolbereich ist schon eine kleine Attraktion. Für solche Fälle wird in der Bewässerung ein- fach ein extra Regner installiert. Das Einarbeiten von Hydrogel bei der Pflanzung hilft ihnen über die ersten schweren Jahre. Und schließlich sei noch auf die Familie der Gräser verwiesen. So können einzelne Horste, beispielsweise von Pampasgras oder Zwergbambus, attraktive Akzente setzen.

Tom Kaltenbach

ESA 12/13

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