Obstbäume

Was man beim Pflanzen beachten sollte

Die heiße Jahreszeit ist vorüber – und auch wenn mancher dies bedauert, so hat es doch auch seine Vorzüge: zum Beispiel kann endlich wieder gepflanzt werden!

Viele Pflanzen kann man schon im Herbst in die Beete bringen, sodass sich die Erde über Winter gut setzen kann. Das Wurzelwachstum beginnt schon vor der Blattbildung und so können die Pflänzchen im Frühjahr die neuen Wurzeln gleich in die frische Erde senken. Vorsicht ist allerdings bei frostanfälligen Exoten und Zitrusfrüchten geboten. Diese sollte man je nach Gegend erst pflanzen, wenn nicht mehr mit Frost gerechnet werden muß.

Schon bei der Auswahl der Pflanzen ist einiges zu beachten:

1. Ausprägung des Wurzelballens: Eine gute Durchwurzelung erkennt man bei Topfpflanzen daran, dass am Boden durch die Tropflöcher bereits Feinwurzeln sichtbar sind. 2. H/D- Verhältnis: Höhe der Pflanze sollte in einer guten Relation zum Durchmesser des Stammes stehen. 3. Vitalität: Diese ist im unbelaubten Zustand an Knospen und Rinde erkennbar. Schabt man mit dem Fingernagel leicht an der jungen Rinde, sollte darunter grünes Kambium erkennber sein. 4. Größe der Pflanze: Da in der Regel kleinere Bäume schneller anwachsen, als große lohnt es sich nicht unbedingt viel Geld für ein größeres Exemplar zu investieren.
Weiter ist es wichtig zu wissen, dass einige Obstsorten einen Partner für eine (ausreichende) Fruchtbildung brauchen. Am bekanntesten dafür ist die Kiwi. Da sie zweihäusig ist wird sie im Handel meist schon als Paar, bzw. im Dreier-Pack angeboten. Weniger bekannt ist, dass es selbst- und fremdbefruchtende Obstsorten gibt. Da in der näheren Umgebung oft noch andere Bäume der selben Art wachsen, tritt dieses Problem auch oft nicht so klar hervor, kann aber doch ein Grund sein, warum ein Baum nicht oder nur ungenügend Früchte trägt. Fremdbefruchtende Arten sind: Apfel, Birne, Haselnuss und Mandel. Darüber hinaus die meisten Süßkirschen und manche Pflaumensorten. Zur Bestäubung eignen sich am besten Pflanzen einer anderen Sorte.
Wichtig ist jedoch, dass sich der Blütezeitraum möglichst lange überschneidet. Bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass die Bäume nicht zu eng stehen, damit sie sich später nicht behindern. 4-6 m Abstand sollten – jenach Art schon eingeplant werden. Die Größe des Pflanzlochs sollte in einem gesunden Verhältnis zum Wurzelballen stehen (2-3 x so breit) und die Innenwän­de leicht angerauht werden um den „Blumentopfeffekt“ zu vermeiden und den Wurzeln den Eintritt ins gewachsene Erdreich zu erleichtern. Bei der Winterpflanzung kann man das Pflanzloch auch erst einmal ausheben und dann etwas offen lassen um zu sehen, ob das Wasser gut versickert. In jedem Fall brauchen die jungen Bäumchen eine gute Drainageschicht aus Substrat als Unterlage. Während handelsübliche Pflanzerde und gut gereifter Kompost gleich so verwendet werden können, sollte Mist mit dem vorhandenen Erdreich vermischt werden. Ein Pfahl zum Anbinden kann gleich bei der Pflanzung mit eingesetzt werden. Die Anbinder müssen aber unbedingt regelmäßig kontrolliert werden, damit sie nicht einwachsen. Gerade auf schweren lehmigen Böden kommt es immer wieder vor, dass Pflanzen ertrinken. Die ersten Anzeichen für zuviel Wasser sind für den Laien nicht ohne weiteres erkennbar. Die Pflanze kümmert und verliert mehr und mehr Blätter. Oft ist die Reaktion des besorgten Besitzers dann noch mehr zu gießen, bis der Pflanze das Wasser förmlich bis zum Halse steht. Im Zweifel kann man neben dem Wurzelballen einfach etwas aufgraben um sich zu vergewissern, oder einen Stock in die Erde drücken. Besonders Zitrusfrüchte sind extrem anfällig gegen Staunässe und neigen außerdem zu Wurzelhalsfäule. Deshalb sollte man beim Pflanzen ein gut durchlässiges Substrat verwenden, oder etwas Sand mit einarbeiten und beim Gießen immer darauf achten, dass die Erde oberflächlich abgetrocknet ist.

Tom Kaltenbach
Dipl. Forstwirt
Baumpflege, Garten- & Landschaftsgestaltung
Grundstücksservice
Mob.: 934 973 250
www.wood-land.net

ESA 11/13

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