Besenginster

Botanik:
Der Strauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 200 cm trägt an 4-5 kantigen, grünen Stängeln dreiteilig gefingerte Blätter und in den Blattachseln ein bis zwei goldgelbe Schmetterlingsblüten mit einem auffällig eingerollten Griffel. Geschützt in bis zu 5 cm langen schwarzbraunen Hülsen reifen die dunkelbraunen Samen heran.

Hauptinhaltsstoffe:
Chinolizidin-Alkaloide (Spartein, Lupanin), Hydroxilupanin, Dopamin und Tyramin, Flavonoide

Drogenbezeichnung:
Cytisi scoparii flos (Ginsterblüten), Cytisi scoparii herba (Ginsterkraut), Cytisi scoparii radix (Ginsterwurzel)

Medizinische Verwendung:
Medizinisch werden vor allem der Besenginster (Cytisus scoparius) und der Färberginster (Genista tinctoria) verwendet.
Spartein wirkt adrenalinähnlich und hat vor allem einen tonisierenden Einfluss auf den Kreislauf, steigert den Blutdruck, wirkt harntreibend und reinigend. Bei Herzrhythmusstörungen mit gleichzeitig langsamen Puls und Schilddrüsenunterfunktion wirkt der Besenginster ausgleichend auf den Herzrhythmus.
Die Kommission E bestätigt dem Besenginster eine positive Wirkung bei funktionellen Herz- und Kreislaufbeschwerden.
Ginster fördert auch die Durchblutung der Gebärmutter und wirkt dadurch wehenfördernd, indem es den Tonus und die Kontraktionskraft des Uterus erhöht.
Färberginster und Besenginster enthalten östrogenähnlich wirksame Isoflavone und können daher bei Beschwerden ab der Menopause versucht werden.
Da der Ginster schwach giftig (oder stark wirksam!) ist, wird von einer Selbstmedikamention abgeraten! Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt beraten. Kontraindikationen sind Schwangerschaft und arteriel­le Hypertonie. Nebenwirkungen bei Überdosierung können in Form von Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Prickeln und Schwächegefühl der Arme und Beine, Schläfrigkeit oder Mydriasis auftreten.

Wissenswertes:
Es herrscht einige Verwirrung bei der Bestimmung der sich auf dem ersten Blick sehr ähnelnden Ginsterarten und -gattungen. Alle gemeinhin als „Ginster“ bezeichneten Pflanzen gehören zur Familie der Schmetterlingsblüter (Faboideae). Hier wird aber unterschieden in den Gattungen „Cytisus“ (Besenginster usw.), „Chamaecytisus“ (Zwergginster usw.), „Ulex“ (Stechginster usw.), „Spartium“ (Pfriemenginster usw.) und „Genista“ (Ginster usw.). Es gibt noch mehr Gattungen und darin oft viele Arten und Unterarten. Welche Pflanze Dioskurides und andere Heilkundigen der Geschichte wirklich in ihren Beschreibungen gemeint haben, wird wohl unklar bleiben, denn auch der „Färberginster“ (Genista tinctoria), „Deutsche Ginster“ (Genista germanica), „Pfriemenginster“ (Spartium junceum) und Stechginster (Ulex europaeus) enthalten die wirkstoffbestimmenden Inhaltsstoffe.
In Portugal sind sechs Arten und mehrere Unterarten der Gattung Cytisus (darunter Cytisus scoparius) und 14 Arten sowie viele Unterarten der Gattung Genista (darunter Genista tinctoria) anzutreffen.
Der Gattungsname „Cytisus“ stammt vom griechischen „kytisos“ und soll auf die Insel „Kythisos“ hinweisen. „Scoparius“ kommt vom lateinischen „scopa“, bedeutet „Besen“ und weist auf damalige Verwendung als Besen hin.

Die in diesem Artikel wiederge­ge­benen Infor­mationen sind nach bestem Wissen und Gewissen nach dem aktu­el­­len Wissensstand der Medi­zin dar­ge­stellt und 
geprüft worden. Dieser Arti­kel kann kein Ersatz für einen kompetenten Rat durch einen Arzt oder Heilpraktiker sein. Autorin und Verlag übernehmen kei­nerlei 
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Portugiesischer Name:
Chamiça, Escova, Giesteira-das-vassouras, Giesta-armela, Giesta-amarela                  Rezept:
Synonyme:                                                                                                                          
Sarothamnus scoparius, Besenginster, Bram, Besenpfriem,                                             Warzenrezept
Besenstrauch, Pfriemenstrauch, Besenkraut, Gilbkraut,                                                    aus dem Mittelalter:
Mägdebusch, Mägdekrieg, Brahmbusch, Rehweide                                                            Bei abnehmenden Mond in der
Wissenschaftlicher Name:                                                                                            Zeit zwischen 23 und 24 Uhr
Cytisus scoparius                                                                                                                         sollen soviele Knoten in einen
Familie:                                                                                                                                Ginsterzweig gemacht werden,
Fabaceae (Hülsenfrüchtler),                                                                                                     wie man Warzen am Körper hat.
Unterfamilie: Faboideae (Schmetterlingsblütengewächse)

 

Christina Steffens, Heilpraktikerin
LnB Schmerztherapie, LnB Bewegungslehre,
Phytotherapie – Tel. (+49) 1573 5617255
www.algarve-heilpraktikerin.com

Text: Christina Steffens
ESA 01/15

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