Die Uferschwalbe

Die Uferschwalbe brütet in selbstgegrabenen Röhren in sandigen Steilwänden. Nach Untersuchungen einiger Ornithologen gibt es an der Algarve lediglich wenige Brutpaare im Küstenbereich der Ria Formosa, da die zarten Vögel in die harten Sandsteinkliffe keine Bruthöhlen graben können. Ende Februar bis in den April werden Uferschwalben gelegentlich, auf dem Frühjahrsdurchzug nach Mitteleuropa, zusammen mit anderen Schwalbenarten über der Lagune bei Salgados beim Insektenfang beobachtet. Auch an der Arademündung und im Alvordelta wurden ebenfalls häufig Exemplare im Frühjahr und wieder im August gesehen. Ein englischer Ornithologe berichtete über mehrmalige Sichtungen nach der Brutzeit ab Ende Juli, aber hauptsächlich im August. Als Fernzieher erreicht die Uferschwalbe im Winter sogar Südafrika. Als einer der Hauptbrutplätze sind die sandigen Steilwände an der Ostsee berühmt, wo jeweils in verschiedenen Kolonien über 200 Paare brüten können. Die Vögel kratzen selber ihre Brutröhren in den Sand. Da derartige Brutplätze immer seltener werden und der Artbestand langsam zurückgeht, haben Naturschützer in Deutschland an einigen Stellen künstliche Steilwände aus Beton errichtet und mit Nisthöhlen versehen, die von Ornithologen hinter der Wand durch einen dunklen Gang erreicht werden können. So können durch Klappenöffnungen die Bruterfolge kontrolliert und Jungvögel beringt werden. Eine zweite Brut erfolgt meist nur, wenn die Altvögel vorher Gelegenheit zum Graben bekommen. Dafür werden die Betoneingänge wieder mit lockerem Sand gefüllt und die Nester gesäubert. Das alles zeigt, dass der Mensch nicht nur die Natur vernichten, sondern bei entsprechender Kenntnis, gutem Willen und finanzieller Hilfe gezielt bedrohte Vogelarten unterstützen kann.

Dr. Manfred Temme

Share.

Comments are closed.