Die Rötelschwalbe

Hirundo daurica – Andorina-daurica (pt.) – Red-rumped Swallow (engl.)

Während die nächste Verwandte der Rötelschwalbe, die Rauchschwalbe (ESA 10/04), wetterabhängig schon etwa Mitte Januar heimkehrt und die Mehlschwalbe (ESA 07/13) meist im Laufe des Februar aus Afrika in die Algarve zurückkommt, lässt sich die Rötelschwalbe noch etwas Zeit und kehrt etwa im März aus dem Winterquartier zurück

Die Rötelschwalbe ist allgemein weniger bekannt als die anderen Schwalbenarten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens ist sie ist nicht so häufig in der Algarve vertreten und nicht so stark an den Menschen gebunden wie die beiden verwandten Arten. Da sie aber im Fluge der Rauchschwalbe sehr ähnelt, ist eine kurze Beschreibung der Unterschiede angebracht: Auffallend ist bei der Rötelschwalbe meist der rötlich-weiße Bürzelfleck (das ist die Stelle zwischen dem Rücken und dem Ansatz der langen Schwanzspieße). Mit etwas Glück und in günstigem Licht kann man dabei auch den rötlichen Nackenfleck sehen. Sieht man sie von vorn auf einer Telefonleitung sitzen, ist zu erkennen, dass ihr das dunkle Brustband und die rötliche Kehle fehlen – Kennzeichen, die andererseits bei der Rauchschwalbe auffällig sind.

Am leichtesten ist das flaschenartig angelegte Nest der Rötelschwalbe zu erkennen, das aus Lehmklümpchen unter Brücken, an Decken von Ruinen, aber gelegentlich auch in Menschennähe unter Balkonen oder Arkaden geklebt wird. Eine intensive Erfassung Anfang der 1990er Jahre hat für die Algarve etwa sechzig und bei der Rauchschwalbe erheblich mehr Brutpaare ergeben, wobei möglicherweise die letztere Anzahl etwas zu niedrig  angesetzt ist.

Die Brutverbreitung der Rötelschwalbe ist zweigeteilt, wobei die westliche sich fast über die gesamte Iberische Halbinsel und kleine Areale im nordwestlichen Marokko erstreckt und die östliche als ein schmales Band etwa ab Griechenland beginnt. Ähnliche Unterarten kommen von Indien bis nach Japan vor, wogegen man sie in Mitteleuropa vergeblich suchen kann, denn es wurden bisher kaum mehr als zehn Irrgäste in Deutschland festgestellt.

Text: Dr. Temme
ESA 07/2015

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