Die Ringeltaube

Columba palumbus – Pombo-torcaz (pt.) – Wood Pigeon (engl.)

Die Ringeltaube ist in dem dicht besiedelten Küstenstreifen der Algarve nicht sehr häufig anzutreffen. Vor Jahren haben mehrere Ornithologen eine Erfassung der Brutplätze in dieser Region vorgenommen, bei der jedoch immerhin rund fünfzig feste Reviere in der Algarve nachgewiesen werden konnten

Die Ringeltaube sucht hauptsächlich mehr oder weniger dichte Gehölze und Nadelbäume auf, daher ist sie eher in den Gebirgszügen der Serra de Monchique und der Serra do Caldeirão zu finden. Vergleichsweise ist diese große Wildtaube in Deutschland ungleich häufiger. In vielen Gebieten ist sie inzwischen ein ausgesprochener Kulturfolger geworden. Da die Ringeltaube sich dort mittlerweile vermehrt auch in Gärten aufhält, fühlen sich viele Hausbesitzer durch die lauten und penetranten „grugrú-grugru“-Rufe gestört, zumal diese während einer sich meist lange hinziehenden Brutzeit bis in den Herbstanfang hinein hervorgebracht werden.
Von anderen Tauben ist die Ringeltaube leicht zu unterscheiden, denn sie zeigt auf beiden Halsseiten große weiße Flecke und über beiden Flügelbugen (so heißen die Ellenbogen beim Vogel) verlaufen ebenfalls weiße Streifen. Der Hals trägt also keinen Ring, wie der Name vermuten lässt, sondern lediglich in der Seitenansicht erscheinen die breiten Flecke wie ein Ring. Soeben flügge gewordene Jungvögel verfügen noch nicht über weiße Halsflecke.
Dort, wo sie häufiger vorkommt, bildet diese Art im Herbst größere Schwärme, die auf abgeernteten Feldern nach Nahrung suchen.
Da Ringeltauben zu den Teilziehern gehören, sind ihre Anzahlen im Winterhalbjahr in der mittleren Algarve wohl etwas höher. Naturliebhaber, die hier Ringeltauben gerne beobachten möchten, sollten auf Wanderungen in hügeligen und baumreichen Bereichen der Algarve vermehrt auf die Rufe achten. Auch lässt diese Taube beim Balz- und Abflug ein kräftiges Flügelklatschen hören.

Text und Foto: Dr. Manfred Temme
In ESA 03/16

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