Die Ringdrossel

Turdus torquatus – Melro-de-colar (pt.) – Ring Ouzel (engl.)

Diesmal soll die Ringdrossel vorgestellt werden, die zwar als Wintergast auf der Iberischen Halbinsel und im Mittelmeerraum vorkommt, allerdings in der Algarve seltener zu sehen ist. Das ist aber gerade der Grund, diese scheue, aber attraktive Vogelart den Lesern auf diesem Wege näher zu bringen

Selbst in den zwei voneinander getrennten Brutgebieten, einmal in Nordeuropa an felsigen Hängen oder in Skandinavien im Fjäll, ist die Ringdrossel nicht sehr häufig. Es gibt eine Unterart mit breiteren, helleren Federrändern, die in den Alpen in Nadelwäldern in Höhe der Baumgrenze brütet (Foto Seite 44). Beide Formen kommen als Zugvögel in unsere Region und ziehen teilweise auch bis nach Nordafrika.
Während die Ringdrossel in Spanien in der Winter-zeit großflächiger verbreitet ist, ist sie in der Algarve gelegentlich in höheren Lagen nur im Bereich von Monchique gesichtet worden. Da die Ringdrossel nicht leicht zu finden ist, habe ich sie auch nicht in meinem Buch „Vögel der Algarve“ aufgenommen.
Die Ringdrossel ähnelt der bekannten Amsel sehr, doch ist, vor allem bei den Männchen, das breite halbmondförmige weiße Brustband recht auffällig. Im Gegensatz zur einfarbig schwarzen Amsel zeichnet sich die Ringdrossel ferner durch viele helle Federränder aus. Die eher bräunlichen und stärker gefleckten Weibchen zeigen zwar auch ein etwas helleres Brustband, das allerdings wenig kontrastreich ist.
Die Stimme unterscheidet sich erheblich von der der Amsel. Beim Abfliegen hört man ein „tock tock tock“, so als würden zwei Hölzer gegeneinander geschlagen. Den Gesang, der nur in den fernen Brutgebieten gebracht wird und keine Ähnlichkeit mit dem der Amsel hat, habe ich selbst auch noch nicht gehört.
Jahrelang musste ich auch auf brauchbare Fotos verzichten. Lediglich auf dem Herbstdurchzug 2015 gelangen mir einige Aufnahmen; allerdings bei nicht optimalen Lichtverhältnissen.

Text und Foto: Dr. Manfred Temme
In ESA 04/16

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