Die Blässhühner

Fulica atra – Galeirão (pt.) – Coot (engl.)

Das Blässhuhn ist als Brutvogel über ganz Europa verbreitet und kann im Sommer- wie im Winterhalbjahr häufig in der gesamten Algarve auf verschiedenen Gewässern beobachtet werden

Der alt eingebürgerte Name ist eigentlich irreführend, aber jeder Vogelkenner weiß, dass diese Vögel keine Hühner sind, sondern zu den Rallen gehören. Der Name ist früher in der Landbevölkerung entstanden, weil der Körper – oberflächlich betrachtet – dem der Hühner ähnelt. Mit diesen haben sie als Schwimmvögel jedoch nicht das geringste gemein. Junge Ornithologen nennen sie jetzt auch Blässralle, aber der historische Name sollte Bestandsschutz haben. Im Alterskleid sind Blässhühner, je nach Lichteinfall, einfarbig blaugrau-schwarz mit einer auffallenden weißen Blässe. Sie beginnen schon früh im Jahr mit der Brut und die manchmal über fünf Jungen zeigen zunächst eine skurrile Kopffärbung mit gelben Federn, roten und blauen Stellen, als „seien sie gegen eine Wand gelaufen“. Dies soll ein Fütterungsreiz für die Eltern sein und geduldig werden sie mit kleinen Stückchen von Wasserpflanzen gefüttert. Die werden gelegentlich aus größeren Tiefen durch Tauchen hochgeholt. Blässhühner können sehr streithaft werden, wenn es um die Revierverteidigung geht. Beide Paare schwimmen aufeinander zu und oft richten sich die Männchen auf, um dem Reviernachbarn mit den Füßen in die Bauchgegend treten zu können. Im Winterhalbjahr sind sie allerdings wieder recht friedlich und versammeln sich oft in großen Gruppen und gemeinsam gehen sie in der Nähe von Gewässern auf Grünflächen, oft auch auf das Grün von Golfplätzen. Als Teilzieher legt das Blässhuhn keine großen Strecken zurück, aber die Anzahlen nehmen im Winter in der Algarve etwas zu. Große Ansammlungen gibt es an mehreren Stellen: bei Ludo im Park Ria Formosa, São Lourenço (Quinta do Lago), Lagoa dos Salgados und anderen kleineren Gewässern. Sollte man sie im dichten Röhricht nicht sehen, verraten sie sich durch ihre lauten Rufe, die mit „Köck“ und einen platzendem „Pix“ lautmalerisch wiedergegeben werden.

Dr. Manfred Temme

ESA 04/14

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