Die Bachstelze

Motacilla alba – Alvéola-branca (pt.) – White Wagtail (engl.)

Die Bachstelze ist vor allem im Winterhalbjahr in der Algarve zu beobachten. Da sie an fast allen Orten vorkommen kann, dürfte sie bereits vielen Residenten und Touristen begegnet sein. Diese Singvogelart ist nicht besonders scheu, so dass sie oft aus der Nähe betrachtet werden kann

In erster Linie sind Bachstelzen in der Algarve als Durchzügler und Wintergäste anzutreffen. Die hübschen und zutraulichen Vögel sind unter anderem leicht an den langen Schwanzfedern zu erkennen, mit denen ständig auf und ab gewippt wird. Wegen dieses Verhaltens wird der Vogel im Volksmund auch „Wippsteert“ genannt. Zur Brutzeit ist das Federkleid recht kontrastreich schwarz-grau-weiß gemustert. Im Winterhalbjahr und vor allem bei den Jungvögeln ist alles blasser gefärbt, besonders fehlt die schwarz-weiße Zeichnung an Kopf und Kehle. In England kommt eine besonders auffällige Unterart, die Trauerbachstelze Motacilla alba yarelli vor, die anstelle eines grauen Rückens dort schwarz gefärbt ist. Diese Variation scheint nicht oft in der Algarve vorzukommen. Auch ich hatte bisher nur einmal das Glück einige Fotos von ihr zu machen.
Bachstelzen laufen bei der Nahrungssuche oft auf Schotterstraßen, auf Rasenflächen in großen Gärten, in Parkanlagen sowie auf Feldern und Äckern umher. Als Nahrung fangen sie in erster Linie verschiedene Fluginsekten wie Fliegen, Mücken, deren Larven sowie kleinste Fischchen. Ansonsten folgen sie auch pflügenden Bauern oder laufen auf Weiden zwischen den Pferden und Rindern umher und erhaschen die von den großen Tieren aufgescheuchten Insekten. Auch wenn unterschiedlichste Reviere aufgesucht werden, muss aber immer Süßwasser erreichbar sein. Deshalb findet man sie deshalb beispielsweise häufig im Bereich der schützenswerten Lagune Lagoa dos Salgados.
In der Algarve wurden bisher nur einzelne Brutpaare nachgewiesen. Die eigentliche Brutverbreitung beginnt in der oberen Hälfte der Iberischen Halbinsel und zieht sich über ganz Mitteleuropa bis nach Island hin. In der Algarve setzt im Februar langsam der Heimzug in die nördlich gelegenen Brutgebiete ein und ab September und Oktober erscheinen die Vögel wieder in dieser Region.
Text: Dr. Temme
ESA 08/15

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