Der Sandregenpfeifer

Charadrius hiaticula – Borrelho-grande-decoleira (pt.) – Ringed Plover (engl.)

Nachdem der Flußregenpfeifer bereits in der vorgestellt wurde, soll jetzt ein naher Verwandter, der Sandregenpfeifer, gezeigt werden, der in der Natur allerdings nicht ganz einfach von ersterem zu unterscheiden ist

Trotz der großen Ähnlichkeit der beiden nah verwandten Regenpfeiferarten bevorzugt der Flußregenpfeifer Süßwassergebiete, während der etwas größere Sandregenpfeifer sich mehr in Salzwasserbereichen, vor allem auf Wattflächen im Ria Formosa Schutzgebiet, aufhält. So hilft als erstes bei der Bestimmung schon das Vorkommen in den entsprechenden Lebensräumen. Um ihn zu suchen, sollte bei Wanderungen möglichst ein gutes Fernglas dabei sein. Der Sandregenpfeifer – auch Halsbandregenpfeifer genannt – brütet nicht in Portugal, kommt aber als Zugvogel aus dem Norden und ist regelmäßig als Wintergast an Salzlagunen, Stränden und Meeresbuchten zu beobachten. Im winterlichen Ruhekleid (Schlichtkleid) sind sie oder auch die flüggen Jungvögel selbst vom Experten nicht immer leicht vom Flußregenpfeifer zu unterscheiden. Denn nur zur Brutzeit haben die Sandregenpfeifer einen auffällig gelblichen, etwas kräftigeren Schnabel mit dunkler Spitze. Die Beine sind gelblicher, dafür ist aber der gelbe Augenring nicht so auffällig. Für den Ornithologen gibt es zwar noch weitere geringe Unterscheidungsmerkmale wie einen hellen Flügelstreif, der allerdings nur im Fluge sichtbar wird, und eine etwas abweichende Stimme. Typisch, wie andere Regenpfeifer-Arten, kann auch der Sandregenpfeifer sehr schnell laufen. Bei der Nahrungssuche in Wattenbereichen fällt auf, dass er einige Schritte läuft, kurz verharrt, nach Nahrung pickt und wieder einige Schritte macht. Auch daran kann man bereits von Weitem einen Regenpfeifer erkennen. Im Brutgebiet verhält er sich ähnlich wie sein kleinerer Verwandter. Er legt meist vier Eier, die in einer Mulde im Dünensand, aber auch zwischen Steinschüttungen zur Küstenbefestigung versteckt, bebrütet werden. Auch das „sich krank stellen“ (Verleiten) ist bei drohender Gefahr zum Ablenken von der Brut üblich.

Dr. Manfred Temme

ESA 03/14

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