Der Rallenreiher

Ornithologen „hüpfen vor Freude auf und ab“, wenn sie einen Rallenreiher in der Algarve entdecken

Heute soll einmal eine in Portugal seltener vorkommende Reiherart vorgestellt werden. Anders als die häufig zu sehenden und daher sehr bekannten Kuhreiher, die auf Viehweiden, frisch gepflügten Äckern aber auch sonst an vielen Stellen leicht zu beobachten sind, hält sich der Rallenreiher mehr in dichterer Vegetation auf. Hier sitzt er am Tage oft lange und ruhig, wodurch er allein schon kaum auffällt. Er hat zwar in etwa die Größe und auch die Form der weißen Kuhreiher, allerdings hat er, vor allem im Brutkleid, ockerfarbene Rückpartien und am Kopf und Nacken lange Schmuckfedern. Im Jugendkleid ist er etwas gestrichelt, was zur Tarnung beiträgt. Er ist sehr selten in der Algarve zu sehen und ich erinnere mich noch lebhaft, dass bei meiner Ankunft an der Lagune Lagoa dos Salgados englische Ornithologen begeistert ausriefen: „we observed a Squacco Heron“! So war auch ich erfreut, diese Seltenheit einige Male „vor die Linse“ bekommen zu haben. Bei der Tierfotografie kommt es nicht nur auf Fachkenntnisse und eine gute Ausrüstung an, sondern auch auf etwas Zufall.

Rallenreiher haben ihre Brutplätze sehr verstreut in Südeuropa, hauptsächlich im nördlichen Bereich des Mittelmeeres. Diese befinden sich meist in der Nähe größerer Reiherkolonien in denen verschiedene Arten gemeinsam vorkommen. Im südlichen Spanien im Schutzgebiet Coto Doñana sah ich einige Individuen im April im Brutkleid, wobei auch das oben gezeigte Foto entstand.

Dr. Manfred Temme
ESA 8/13

 

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