Der Kormoran

Phalacrocorax carbo – Corvo-marinho (pt.) – Cormorant (engl.)

Schon von weitem ist er leicht zu erkennen; denn typisch für den Kormoran sind seine zum Trocknen ausgebreiteten Flügel. Mit seinen großen, mit Schwimmhäuten versehenen Füßen kann er sich sogar auf kleinen Ästen halten und klettern

Der Kormoran ist in der Algarve ein regelmäßiger und häufiger Gastvogel, der meist auf Felsvorsprüngen, Dämmen, verankerten Fischerbooten, großen Ästen um- gestürzter Bäume oder sonstigen erhöhten Stellen in der Nähe von Wasser ruht. Zwischendurch gehen die Vögel dem Fischfang nach. Danach sind sie oft schon von weitem an den zum Trocknen ausgebreiteten Schwingen zu erkennen. Da Kormorane für den Fischfang länger und tiefer tauchen müssen, liegen sie beim Schwimmen tief im Wasser. Ihre Federn benetzen sich schnell und müssen anschließend getrocknet werden. Als Brutvogel kommen sie im mittleren und nördlichen Europa vor und nisten, meist in großen Kolonien, manchmal mit Graureihern zusammen, an großen Seen und Flüssen, aber auch an der Meeresküste. Meist werden die Nester auf absterben- den Bäumen gebaut. Dort wo die Vögel ungestört sind – wie auf kleinen baumlosen Vogelinseln an der deutschen Nordseeküste – brüten sie sogar auf dem Boden im Dünengelände. Seit Jahrhunderten hat der Mensch diese fischfressende Vogelart als Nahrungskonkurrent angesehen und oft in grausamer Weise die Elternvögel auf den Nestern abgeschossen, so dass die Jungen elendig verhungern. Nachdem seit einigen Jahrzehnten Nationalparks und Naturschutzgebiete ausgewiesen sind und die Kormorane selbst auch teilweise unter Naturschutz stehen, hat ihre Anzahl wieder zugenommen. Ein winterliches Verbleiben im hohen Norden ist wegen der Vereisungsgefahr der Gewässer nicht möglich. Deshalb gehört diese Population zu den Zugvögeln. Deren unterschiedlichen Zugwege, was durch die Beringung näher untersucht werden konnte, sind interessant. Westeuropäische Vögel ziehen in den Süden der iberischen Halbinsel und selbst bis nach Marokko, während osteuropäische Kormorane zum Überwintern die Ost-Route nach Italien, Griechenland und Tunesien nehmen. Da Jungvögel und auch viele nicht brütenden Vögel im Sommer in südlichen Gefilden verbleiben, sind sie das ganze Jahr über in Portugal zu sehen.

Dr. Manfred Temme

ESA 06/14

Share.

Comments are closed.