Der Kiebitzregenpfeifer

Nachdem schon die kleineren Verwandten der Flußregenpfeifer und Sandregenpfeifer vorgestellt wurden, soll heute der größte dieser Vogelfamilie, der Kiebitzregenpfeifer, besprochen werden. Er ist relativ häufig an den Küsten der Algarve zu beobachten

Die Brutheimat des Kiebitzregenpfeifers befindet sich in den feuchten arktischen Tundren vom Weißen Meer über Sibirien bis hin nach Nordamerika, wo er leicht erhöhte Nester in der niedrigen Vegetation anlegt und meist vier Eier bebrütet. Die Jungen folgen gleich als „Nestflüchter“ zur Nahrungssuche in die Umgebung Kiebitzregenpfeifer legen als Fernzieher – vielleicht noch mehr als Pfuhlschnepfen (ESA 7/14) – gewaltige Strecken zurück. In erster Linie kann er als Küstenvogel während des Zuges an vielen Stränden der Erde, beispielsweise in Nordeuropa, Nordseeküste, Iberien, Südafrika, Ostasien, Nord- und Südamerika, Japan, Australien bis hin nach Neuseeland, beobachtet werden. Diese fast taubengroßen Vögel halten sich zu beiden Zugzeiten ständig in der Algarve auf und einige Nichtbrüter verbleiben auch den Sommer über in Südportugal. Sie suchen als Nahrung kleinste Krebse, Wattschnecken sowie Wattwürmer in schlickigen Bereichen von Wattflächen, besonders in der Ria Formosa, wo ich auch mehrere Fotos machen konnte. Sie suchen aber auch sandige Strände oder flache Ufer an verschiedenen Flussmündungen auf. Im Winter- oder Ruhekleid sind Kiebitzregenpfeifer überwiegend weißgrau mit kräftiger Fleckung auf dem Rücken. Dagegen sind Altvögel zur Brutzeit kaum wiederzuerkennen. Jetzt tragen sie von der Kehle bis hinunter über den gesamten Bauch eine kontrastreiche schwarze Färbung. Das kuriose am Kiebitzregenpfeifer ist, dass er das ganze Jahr hindurch mehrere schwarze Achselfedern hat. Daran kann er im Fluge schon von weitem vom ähnlichen Goldregenpfeifer unterschieden werden.

Dr. Manfred Temme

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