Der Hausrotschwanz

Phoenicurus ochruros – Rabirruivo-de-testa-branca (pt.) Black Redstart (engl.)

Der Hausrotschwanz ist in ganz Europa verbreitet und brütet auch spärlich in der Algarve. Im Winterhalbjahr erhalten die lokalen Vögel starken Zuzug aus nördlichen Gebieten. Dann kann diese Vogelart leicht von jedermann beobachtet werden

Während der Hausrotschwanz als Brutvogel häufiger in Spanien verbreitet ist, finden in der Algarve Bruten hauptsächlich an der südwestlichen Steilküste bei Sagres und weiter im Norden Portugals statt.
Im Winterhalbjahr jedoch ist die Art durch Zuzug von nordischen Individuen, die hier überwintern, wesentlich häufiger und daher fast überall anzutreffen und auch oft aus der Nähe zu beobachten. Ringfunde haben ergeben, dass viele Hausrotschwänze aus Deutschland kommen.
Bevorzugt werden allgemein gebirgige Felsregionen, doch Häuser dienen wohl als Felsersatz, und bei der Nahrungssuche halten sich im Winterhalbjahr Hausrotschwänze somit näher beim Menschen auf. Dann findet man sie selbst auf Wegen und an Straßenrändern. Obwohl eine verwandte Vogelart, der Gartenrotschwanz, in der Algarve existiert, kommt diese relativ selten vor und darüber hinaus in einem etwas anderen Lebensraum, sodass selbst die sich ähnlichen Weibchen leicht dem dunklerem Hausrotschwanz zugeordnet werden können. Östlich der Türkei kommt allerdings eine Unterart vor, die fast wie der Gartenrotschwanz statt einer schwarzen eine rötliche Unterseite hat und zu Verwechslungen führen kann.
Typisch für beide Rotschwanzarten ist das Zittern mit den rötlichen Schwanzfedern, was das Bestimmen erleichtert.
Der Hausrotschwanz ist ein reiner Insektenfresser, und wenn es gelingt, ihn aus der Nähe zu beobachten, erkennt man manchmal im Schnabel verschiedene Fliegenarten, auch die schnellen, wespenähnlichen, gelb und schwarz gebänderten Schwebfliegen, aber auch kleine Käfer sowie Spinnen.

Text. Dr. Manfred Temme
ESA 11/2015

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