Der Grünfink

Der Grünfink, oder auch Grünling genannt, ist in ganz Europa und in Nordafrika zu Hause. Allerdings erfordert es eine gewisse Aufmerksamkeit um ihn auch in der Algarve zu Gesicht zu bekommen und man muss genauer hinschauen. Wenn man seine Rufe kennt, ist er leicht auszumachen

In der vollen Sonne fällt der Grünfink seinem Betrachter sofort auf. Auch durch die gelben „Abzeichen“ auf den Flügeln und an den Schwanzseiten, die das Männchen sehr bunt und attraktiv erscheinen lassen. Die Weibchen sind, wie so oft in der Vogelwelt, nicht so auffallend Gelbgrün und eher etwas gräulicher. Im Frühjahr macht das Männchen, durch den sogenannten Singflug, der in langsamer flatternden Weise erfolgt, begleitet mit triller­artigen „gü gü gü gü“ Rufen, nicht nur die Weibchen sondern auch den Menschen auf sich aufmerksam. Daneben gibt es noch mehrere andere Rufe wie zum Beispiel den in Fachbüchern mit schwüääo“ wiedergegebene Lauttyp. Aber auch sonst variieren die Rufe individuell sehr stark. Das Weibchen brütet allein, aber das Männchen versorgt sein Weibchen und die Jungen mit Futter, das es allerdings nicht selber seinen Jungen überreicht. Dafür ist wieder allein das Weibchen zuständig. Der Kegelschnabel verrät, dass der Grünfink hauptsächlich ein Körnerfresser ist. So gehören viele Pflanzensamen, aber auch feinere Blütenteile und Blattspitzen zu seiner Nahrung. In der Algarve ist er auch zusammen mit anderen Finkenvögeln in größeren Trupps in abgeernteten Feldern anzutreffen. Im Herbst werden außerdem Früchte wie Feuerdorn, Schneebeere, Äpfel und vor allem Hagebutten sehr gern genommen. Durch Letztere färbt sich der Schnabel oft rot. Grünfinken sind eigentlich sogenannte Standvögel, doch nordöstliche Populationen ziehen im Herbst und Winter südlicher  und füllen Lücken in den einheimischen Anzahlen auf. Da es in der Algarve nicht so oft regnet, bieten sich künstliche Wasserstellen, wie Vogeltränken oder Wasserschalen im Garten an, um die Art näher betrachten zu können. Diese sollten für gute Beobachtungen nicht zu weit von Fenstern entfernt sein und vor allem etwas erhöht stehen. Somit können sich eventuelle Bodenfeinde, wie beispielsweise Katzen, nicht ungesehen anschleichen.

Dr. Manfred Temme
ESA 10/13

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