Das Teichhuhn

Gallinula chloropus – Galinha-d‘água (pt.) – Moorhen (engl.)

Das in mehreren Unterarten fast weltweit verbreitete Teichhuhn kommt in der Algarve häufig vor und ist das ganze Jahr über leicht zu beobachten. Voraussetzung für sein Vorkommen sind Wasserflächen, Teiche, Sümpfe und Flussufer, sofern diese genügend Nahrung und Wasserpflanzen zur Deckung bieten

Das gut taubengroße Teichhuhn wird von jüngeren Ornithologen inzwischen auch Teichralle genannt, denn diese Wasservogelart hat mit Hühnern verwandtschaftlich nichts zu tun. Die Rallen sind eine eigene Familie und wurden früher nur des hühnerähnlichen Körperbaus wegen so genannt. Viele Vogelexperten vertreten aber die Meinung, dass der Name einen Bestandsschutz genießen sollte. Aus der Nähe betrachtet sind Teichhühner, besonders zur Brutzeit, sehr hübsch. Besonders auffällig sind der gelbrote Schnabel und die grüngelben Beine, weshalb der Vogel auch als „Grünfüßiges Teichhuhn“ bezeichnet wird. Seine weißen Schwanzkanten klappt er als Drohgebärde gegenüber anderen Artgenossen nach oben und verbreitert sie auffällig. Das Nest wird sehr versteckt zwischen Wasserpflanzen angelegt. Darin befindet sich meist eine große Anzahl von fünf bis neun leicht braun gefleckten oder gepunkteten Eiern. Gelegentlich schafft es ein fremdes Weibchen, noch einige Eier dazu zu legen. Das Dunenkleid der Jungen ist zunächst samtschwarz mit einer auffälligen bläulichen und rötlichen Kopfzeichnung. Anfangs werden die Jungen von beiden Eltern mit pflanzlicher Nahrung und kleinen Wassertieren gefüttert. Wenn Teichhühner nicht auf der Wasserfläche zu sehen sind, verraten die lauten, rauen „kürrrrk“-Rufe die Anwesenheit des Vogels in dichten schützenden Uferpflanzen.

Dr. Manfred Temme

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