Das Schwarzkehlchen

Saxicola torquata – Cartaxo-comum (pt.) – Stonechat (engl.)

Schwarzkehlchen sind in der Algarve fast überall anzutreffen. Schwerpunkte der Brutverbreitung befinden sich im westlichen Teil der Region, und die etwas schwächer besiedelten Gebiete liegen im Nordosten der Provinz. Im Winter verbleiben die Vögel auf der gesamten Iberischen Halbinsel, erhalten aber Zuzug aus nördlichen Ländern, wo sie allerdings nicht so dicht verbreitet sind

Schwarzkehlchen, vor allem die farbenprächtigen Männchen, fallen dem aufmerksamen Beobachter rasch auf. Das liegt nicht allein am kontrastreichen Gefieder, sondern auch daran, dass sie sich meist in offenem steinigen und übersichtlichen Gelände aufhalten. Außerdem ist das Verhalten dieser Vogel-art charakteristisch: Gewöhnlich sitzen Schwarzkehlchen auf einer sogenannten Sitzwarte, also auf einem einzeln stehenden Pfahl, Zaun oder Ast, einem frei stehenden Zweig oder sogar auf kräftigen Blütenständen, und beobachten die Umgebung auf der Suche nach umherfliegenden Insekten. Haben sie eines entdeckt, fliegen sie hin, rütteln dabei gelegentlich in der Luft, schnappen sich die Beute und kehren oft mehrmals auf den denselben Platz zurück. Insekten werden aber auch vom Boden aufgenommen. Anschließend kehrt der Vogel mehrmals wieder auf den Sitzplatz zurück oder sucht eine andere erhöhte Sitzwarte auf.
In vielen Fällen geschieht dies alles paarweise, sodass man die unterschiedliche Färbung beider 
Geschlechter gut vergleichen kann. Das Männchen trägt in der Algarve bereits im Februar seinen Gesang vor, entweder von einer Sitzwarte oder bei einem „tanzenden“ Singflug. Gebrütet wird im Allgemeinen in einem Bodennest, das durch umgebende Grasbüschel gut getarnt und nicht leicht zu finden ist. Die bei Gefahr geäußerten Warnrufe werden in manchen Vogelführern mit „fid, tack,tack“ wiedergegeben, wobei das „tack“ so klingt, als würden zwei Steine aneinandergeschlagen.

Text: Dr. Temme
In ESA 12/15

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