Aus dem Leben des Tordalk

Alca torda – Torda-mergulheira (pt.) – Razorbill (engl.)

Es ist kaum bekannt, dass der in Nordeuropa beheimatete Tordalk im Winter bis zur Algarve und sogar weiter bis ans Mittelmeer fliegt. Er ist in den Gewässern entweder in kleinen Gruppen oder nur einzeln anzutreffen und somit nicht leicht zu entdecken. Aus diesem Grund wird dieser Vogel aus der Familie der Alken hier vorgestellt

Alken erinnern durch ihre senkrechte Haltung an Pinguine, sind aber im Gegensatz zu ihnen flugfähig. Allerdings müssen sie aufgrund der recht kleinen Flügel, wie auch die verwandten Arten, dies durch äußerst schnelle Flügelschläge ausgleichen.
Es gibt zwei Alkenarten, die sich sehr ähnlich sehen. Der Tordalk hat zwei schmale weiße Streifen am Schnabel, die aber im Winterkleid und bei den selbstständig gewordenen Jungen kaum zu sehen sind. Deshalb können in der Zeit bei größerer -Beobachtungsentfernung Verwechslungen mit der ähnlichen Trottellumme vorkommen. Ich selbst habe nur einige Tordalke an der Algarve-Küste gesehen und es war nicht möglich Fotos anzufertigen. Deshalb müssen hier meine Aufnahmen aus den Brutkolonien in Schottland und Island gezeigt werden.

Die Brutplätze befinden sich an den felsigen und oft unzugänglichen Steilküsten in Irland, Schottland, Island, an vielen Stellen Nord-Skandinaviens, und es gibt nur wenige Paare auf der Insel Helgoland. Allerdings werden im Winterhalbjahr die gesamten atlantischen Küstengewässer im Bereich der Iberischen Halbinsel bis in das Mittelmeer hinein aufgesucht. Hier ist günstiger Fischfang für diese Vogelarten möglich. Die Vögel erreichen ihr Überwinterungsziel meist im Laufe des Monats Oktober. Der Tordalk kommt an der gesamten Algarve-Küste vor und ist eigentlich nicht besonders scheu. Er kann daher auf Bootstouren oder am Cabo de Sāo Vicente am ehesten beobachtet werden.
Im November 2002 wurden nach der Havarie des Öltankers Prestige im Nordwesten Spaniens rund 240 verölte und verendete Tordalke an den Stränden Nordportugals und über 3.654 an der spanischen Küste gefunden. Das allein lässt auf die Häufigkeit der winterlichen Bestände schließen.
Die Vögel verlassen die Algarve im Februar/ März wieder in Richtung ihrer nordischen Brutfelsen. In geschützten Nischen wird meist nur ein Ei gelegt. Trotzdem reicht diese Vermehrungsrate aus, weil Feinde, die den Jungen gefährlich werden könnten, die Brutnischen kaum erreichen können.
Text: Dr. Termme
ESA 09/16

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