Aus dem Leben des Flamingo

Phoenicopterus roseus – Flamingo (pt.) – Greater Flamingo (engl.)

Für Besucher der Algarve gehört der Flamingo, auch Rosaflamingo genannt, neben dem Bienenfresser und dem Wiedehopf zu den Exoten, die man gerne gesehen haben möchte

Noch in den 1980er Jahren hielten sich kaum Flamingos im westlichen Teil der Algarve auf. Inzwischen ist dieser etwas grotesk, aber auch elegant wirkende, große Vogel gut an verschiedenen Stellen zu beobachten.
Da diese Art Brackwasser oder Salzwasser bevorzugt, sind größere Trupps am ehesten in den Salzwasserlagunen oder Salzgewinnungsfeldern des Naturparks Ria Formosa zu finden. Aber auch in der großen Lagune Lagoa dos Salgados sind meist Flamingos zu sehen, deren Anzahlen gelegentlich schon bei gut dreihundert Individuen lagen. Manchmal kann man auch beim Überqueren der großen Arade-Brücke links oder rechts im Arade-Ästuar Flamingos rasten sehen.
Die Camargue in Südfrankreich, der Naturpark Coto Doñana in Südspanien und das Po-Delta in Nord-italien beherbergen die bekanntesten Brutkolonien im südlichen Europa. Flamingos brüten meist in dichten Kolonien mit Nestern, die aus festem Schlamm etwa dreißig Zentimeter hoch gebaut werden, mit einer Nestmulde für ein bis zwei Eier.
Besonders erwähnenswert ist der spezielle Seihschnabel, dessen Rand Lamellen aufweist, die zusammen mit der Zunge einen Filterapparat bilden. Der Schnabel wird mit der Oberseite nach unten über den Grund gezogen und Plankton wie Kleinkrebse, 
Mückenlarven, Weichtiere und Ringelwürmer aus dem Wasser filtriert.
Die Rosafärbung des Gefieders ist auf mit der 
Nahrung aufgenommene Carotinoide zurückzuführen. 
Daraus entstehen Pigmente, die in die Haut und Federn ausgewachsener Flamingos eingelagert werden.
Im Fluge geben die großen Vögel ein grandioses Bild ab, aber auch das Balzverhalten ist erwähnenswert. Beim Drohverhalten sträuben sich auffällig die Rückenfedern. Auch recken die Vögel oft die Hälse nach oben und heben ruckartig die Flügel, wobei das intensive Rot an den Schultern und den Achseln auffällt.
Text & Foto: Dr. Temme
ESA 07/16

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