Aus dem Leben der Löffelente

Anas clypeata – Pato-trombeteiro (pt.) – Shoveler (engl.)

Bei der Löffelente sind die Erpel besonders bunt gefärbt, während die weiblichen Individuen (Enten) ein ziemlich unscheinbares, bräunlich geschecktes Federkleid tragen. Dies ist ein großer biologischer Vorteil bei der Brut, weil die Enten dadurch auf dem Nest gut getarnt sind

Inzwischen ist die recht hübsche Löffelente an verschiedenen Stellen in der Algarve zu beobachten und ist zumindest im bunten Brutkleid unverkennbar. Beim Auffliegen ist auch noch ein lautes Flügelgeräusch zu vernehmen.
Die Löffelente hat, ähnlich wie der Flamingo (s. ESA 7/16), einen speziellen Seihschnabel, bei dem vorne die löffelartig verbreiterten Ränder (die der Namensgebung zugrunde liegen) Lamellen aufweisen, die zusammen mit der Zunge eine Mischung aus kleinen Wasserpflanzen und Plankton, zum Beispiel Kleinkrebse, Mückenlarven, Weichtiere und Ringelwürmer aus dem Wasser filtern. Neuerdings bleiben im Sommer einige Paare in der Algarve und es konnten bereits Junge führende Löffelenten auf der Lagune Lagoa dos Salgados östlich von Armação de Pêra beobachtet werden. Im Sommer mausern die bunten Erpel ihr Gefieder und sind für einige Wochen – ähnlich den Enten – recht unscheinbar gefärbt, aber als Erpel noch zu erkennen. Kurz vor der „Verlobung“ im Herbst legen sie wieder ihr Brutkleid an.
Schon früh, bereits Ende August, fliegen Löffelenten aus Mitteleuropa auf die Iberische Halbinsel und im Winterhalbjahr sind sie häufige und regelmäßige Gäste in der Algarve und an vielen Gewässern in unterschiedlicher Zahl anzutreffen. Als besonders gute Beobachtungsorte gelten der See São Lourenço (Quinta do Lago) und Lagoa dos Salgados. Löffelenten besuchen aber auch andere, kleinere und flache Teiche in der Algarve, die sich im Winterhalbjahr durch häufigere Regenfälle mit Wasser füllen.
Text: Dr. Temme
ESA 08/16

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