Löffelente

Die Löffelente

Anas clypeata

Die auffälligsten Merkmale der Löffelente sind ihr Schnabel und das bunte Gefieder der Männchen. Die Entenart gehört nicht zu den häufigen Spezies der Iberischen Halbinsel, doch konnten an der Küste und an Salzseen in der Algarve große Gruppen beobachtet werden

Text: DR. MANFRED TEMME

Die Löffelente hat ihren Namen aufgrund des fast löffelartig verbreiterten Schnabels, der sie befähigt, im Wasser Nahrungsteilchen in Form von feinen Schwimmpflanzen, Grünalgen und kleinen Wassertieren durchzuseihen und aufzunehmen. Die Namen in Englisch (Shoveler) und Portugiesisch (Patotrombeteiro) beziehen sich ebenfalls auf die Verbreiterung des Schnabels als spezielles Instrument nicht nur zum Schnattern, sondern auch zur Nahrungssuche. Diese Entenart kommt als Brutvogel auch auf der Iberischen Halbinsel einschließlich Portugal vor, doch ist ihr Bestand hier wesentlich ausgedünnter als in Mittel- und Nordeuropa. Zu den Zugzeiten sind allerdings zahlreiche Löffelenten an vielen Wasserstellen, Teichen und Seen der Algarve zu beobachten. Im Bereich des Schutzgebietes Ria Formosa beispielsweise und auf der Wasserfläche Lagoa dos Salgados, östlich der Stadt Armaçao de Pêra, wurden schon häufiger über zweihundert Exemplare gleichzeitig beobachtet. Bei diesen Ansammlungen handelt es sich nicht nur um die Brutvögel Südportugals. Es sind auch Zugvögel dabei, die nach und nach in nördliche Gebiete weiterziehen. Die Erpel sind zur Brutzeit äußerst auffallend gefärbt, mit grünlich schillerndem Kopf, viel Weiß an der Brust, rotbraunen Flanken. Daher sind sie auf großen Wasserflächen weithin sichtbar. Da erklärt es sich schon von selbst, warum die weiblichen Tiere (Enten) ein unauffällig braun geflecktes Tarngefieder besitzen, bebrüten sie doch gut drei Wochen im versteckt angelegten Nest sechs bis zwölf Eier. Die Nester müssen sich nicht immer direkt an einem großen See befinden. Kleine verschilfte Gräben, die ausreichend Wasser führen, genügen den nestflüchtenden Jungvögeln in der ersten Zeit. Zusätzlich verschaffen ihnen die dichten Pflanzenbestände in der ersten Zeit ausreichend Deckung. Ab Mitte Juli bis in den August hinein brauchen selbst erwachsene Löffelenten dichte Vegetation, in die sie sich notfalls flüchten können. In dieser Zeit erfolgt eine so genannte Ruhemauser. In dieser kurzen Periode gleichen die Erpel in der Färbung den unscheinbaren Weibchen. Diese Tarnung ist auch erforderlich, da durch die gleichzeitige Mauser fast aller Flügelfedern die Erpel mehr oder weniger flugunfähig sind. Auch nach der Flügelmauser ist die Löffelente allgemein noch sehr schreckhaft und fliegt gleich unter lauten ,,tchock, tchock, tchock” Rufen auf, sobald ein beispielsweise für erwachsene Enten harmloser Greifvogel, wie eine Rohrweihe, vorüberfliegt. Meist landen die auch im Fluge auffälligen Enten nach einem Rundflug nicht weit weg von der vorherigen Raststelle auf dem Wasser.

ESA 9/07

 

 

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