Stockente

Die Stockente

Text: DR. MANFRED TEMME

Anas platyrhynchos

Die Stockente, auch Wildente genannt, ist die häufigste und am weitesten verbreitete Entenart und auch in der Algarve heimisch. Aus ihr wurde um 1000 v. Chr. in China die Hausente gezüchtet

Als die Stammform unserer Hausente dürfte die Stockente Beobachtern gut bekannt sein. Diese Entenart genießt eine fast weltweite Verbreitung. So ist sie natürlich auch in Portugal und dementsprechend häufig in der Algarve zu finden. Der Engländer nennt diese Entenart Mallard, auf Portugiesisch heißt sie Pato-real. In Deutschland kennt der eine oder andere auch den Namen Märzente, weil sie schon sehr zeitig im Jahr zur Brut schreitet. Die Partnerwahl beginnt bereits im Herbst, kurz nachdem die Männchen (Erpel) ihr neues, buntes Federkleid angelegt haben. Sie jagen eine Ente im Flug oder schwimmen im Kreis um sie herum. Die Balzhandlungen sind an Zierteichen leicht zu beobachten, wenn die Männchen in ihrer Federpracht das so genannte ,,Reihen”, den ,,Grunzpfiff” oder das ,,Kurzhoch” zeigen. Der Kopf schillert dabei, je nach Lichteinfall, grünlich, bläulich oder violett. Ein weißer Ring am Hals trennt die Farbe von der rotbraunen Brust. Das Hinterteil ist schwarz und über den Schwanzfedern sind ,,Federlocken” zu sehen. Die Weibchen (Enten) sind wie gewöhnlich getarnt, schlicht braun-grau gesprenkelt. Im Sommerhalbjahr verlieren alle Entenarten für etwa drei bis vier Wochen ihre Flügelfedern und müssen sich flugunfähig vor Feinden in dichter Vegetation verstecken. Selbst die Erpel haben in dieser Zeit vorübergehend ein bräunlich geflecktes Tarnkleid angelegt. Die Ente brütet allein für etwa einen Monat, oftmals weitab von Wasserflächen auf ihrem umfangreichen Gelege. Nach dem Schlüpfen der bis zu dreizehn Jungen wird der Nachwuchs zur Nahrungssuche sofort an Teiche, Tümpel oder ähnliche Wasserflächen geführt, oft begleitet vom eigenen Erpel. Der kann allerdings nicht immer verhindern, dass in der Brutzeit viele andere Männchen mit den Weibchen, sobald sie sich draußen zeigen, erneute Paarungsversuche unternehmen. Die niedlichen Jungen, die gleich nach dem Schlüpfen gut schwimmen, tauchen und eigenständig Nahrung suchen können, werden nach sieben bis acht Wochen flugfähig und danach in die Selbstständigkeit entlassen. Verluste durch Feinde oder durch Kälte sind allerdings beträchtlich, sodass oft nur wenige das Erwachsenenalter erreichen. Als Nahrung dienen den Stockenten allerlei unterschiedliche Pflanzen und Wassertiere. Es ist erstaunlich, was Stockenten mit dem scheinbar so weichen Schnabel alles fressen können. In kalten Wintern ­ an der Nordsee sogar im Salzwasserbereich ­ halten sie sich an die hartschaligen Miesmuscheln im Watt, aber vornehmlich suchen sie in Süßwasserlebensräumen nach Schnecken, Würmern, Fischchen und seihen viele verschiedene Schwimmpflanzenarten durch. Bei der Futtersuche tauchen die Enten unter, ebenfalls bei drohender Gefahr. Auch Sämereien, Früchte, grüne Wasser-, Ufer- und Landpflanzen gehören zu ihrem Nahrungsspektrum. Mithilfe des so genannten Nagels, einer harten Spitze im Oberschnabel, können sie Gras und andere Pflanzenteile abreißen und verzehren.

 

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