Rotschenkel

Der Rotschenkel

Tringa totanus
Text: DR. MANFRED TEMME

Über ganz Europa verbreitet, ist die Existenz dieses Vertreters der Familie der Schnepfenvögel durch zunehmende und weiträumige Eingriffe des Menschen in die Natur mancherorts bedroht. In der Algarve findet der Vogel an Süßwasser- wie auch an Salzwasser-Stellen noch geeignete Lebensräume

Bei vielen Sprachen bezieht sich der Name des Vogels, Rotschenkel (englisch: Redshank, portugiesisch: Perna-vermelha-comun), auf die auffälligen roten Beine der Vogelart, die etwa die Größe einer Amsel hat. Jedoch aufgrund der ziemlich langen Beine, des streckfähigen Halses und des pinzettenartigen Schnabels wirkt der Rotschenkel etwas größer. Als Brutvogel ist er in unterschiedlicher Dichte über ganz Europa verbreitet. Wegen Eingriffen der Menschen in die Landschaft und Trockenlegungen vieler Lebensräume ist der Bestand in einigen Gegenden jedoch stark rückläufig. dem es einen guten Rundumblick hat. So kann bei Annäherung eines Feindes die Familie schon rechtzeitig gewarnt werden. Viele Rotschenkel sind Zugvögel und erreichen im Herbst auch die Algarve. Bei gutem Nahrungsangebot verbleiben größere Anzahlen für einige Wochen oder sogar Monate hier, wenn sie einen geeigneten Lebensraum zum Überwintern haben. So findet der aufmerksame Beobachter Vertreter der Art regelmäßig an geeigneten Rastplätzen. Dies können Schlickflächen in Mündungsbereichen, von Flüssen und Bächen wie der Arade und die Ribeira da Boina sein. Weitere Uferzonen werden, zum Beispiel in dem wertvollen doch bedrohten Brut- und Rastplatz für Wasservögel der Algarve, der Lagoa dos Salgados bei Armação de Pêra, aufgesucht. So sind hier die charakteristischen und hübschen flötenden Flugrufe vor allem im Winterhalbjahr regelmäßig zu hören.

Beim Auffluge bestätigen die typischen weißen Hinterränder der Flügel, die selbst auf größerer Entfernung gut zu erkennen sind, dass man einen Rotschenkel vor sich hat. Die Vogelart ist ebenso gut an Süßwasser- als auch Salzwasserlebensräume angepasst.

Die Brutplätze in Portugal, vor allem in der Algarve, sind noch nicht alle mit Sicherheit bestätigt worden, vermutlich aber nur in geringer Zahl vorhanden. Zum einen liegt das am Mangel geeigneter Lebensräume, zum anderen an der sehr versteckten Brutweise der Art. Das Weibchen zieht, während es am Boden brütet, alle erreichbaren Grashalme wie zu einer Laube über sich zusammen und wird dadurch fast unsichtbar. In der Regel liegen vier kreiselförmige hellbraune Eier, die dunkel gesprenkelt sind, in der tiefen Nestmulde. Nach gut drei Wochen Bebrütung, an der das Weibchen den größeren Anteil hat, schlüpfen die zierlichen Jungen.

 

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